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Heimwerker-Berater

Zimmermannshammer

Werkzeugvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Zimmermannshammer
Inhalt10 Abschnitte
  1. Aufbau des Kopfes
  2. Gewicht und Stiel
  3. Zimmermannshammer und Latthammer
  4. Wofür er gebraucht wird
  5. Richtig nageln
  6. Nägel ziehen mit der Klaue
  7. Tragen auf der Baustelle
  8. Worauf es beim Kauf ankommt
  9. Pflege und Sicherheit
  10. Häufige Fragen

Der Zimmermannshammer ist das Nagelwerkzeug des Holzbaus: ein langer Kopf mit Schlagbahn vorn und gerader, gespaltener Klaue hinten, dazu meist ein Nagelhalter mit Magnet. Er ist schwerer als ein Werkstatthammer und dafür gebaut, große Nägel mit wenigen Schlägen zu versenken und wieder herauszuziehen. Für Dachstuhl, Schalung und Holzrahmen gibt es kaum ein vielseitigeres Handwerkzeug.

Aufbau des Kopfes

Die Bahn ist die Schlagfläche. Beim Zimmermannshammer ist sie oft geraut oder geriffelt, damit sie auf dem Nagelkopf nicht abrutscht. Glatte Bahnen gibt es ebenfalls, sie hinterlassen auf Sichtholz weniger Spuren.

Die Klaue sitzt auf der Gegenseite und ist gerade oder nur leicht gebogen. Ihr Schlitz nimmt den Nagel unter dem Kopf auf, und der lange Hebel zieht ihn heraus. Die gerade Form hat einen Zusatznutzen: Man kann damit Bretter auseinanderhebeln, verkeilte Hölzer lösen oder die Klaue wie einen Keil zwischen zwei Teile schlagen.

Der Nagelhalter ist eine Nut oben auf dem Kopf, meist mit eingelassenem Magnet. Der Nagel wird hineingelegt, mit einem ersten Schlag angesetzt, und die zweite Hand bleibt frei – wichtig auf der Leiter und bei Arbeiten über Kopf.

Gewicht und Stiel

Übliche Zimmermannshämmer haben einen Kopf von etwa 600 bis 800 Gramm, das Gesamtgewicht liegt dann bei rund 750 Gramm bis gut 1 Kilogramm. Die Stiellänge bewegt sich meist um 30 bis 35 cm, einzelne Formen sind länger.

Ein schwerer Kopf treibt große Nägel mit weniger Schlägen, ermüdet aber bei langen Arbeitstagen und über Kopf schneller. Für Heimwerker, die gelegentlich Konstruktionsholz verbinden, ist ein Kopf um 600 bis 700 Gramm ein guter Kompromiss.

StielEigenschaften
Holz (meist Hickory oder Esche)dämpft gut, angenehm in der Hand, kann bei Fehlschlägen am Hals brechen, austauschbar
Stahlrohr mit Griffpraktisch unzerbrechlich, leitet mehr Vibration weiter, Kopf fest verbunden
Glasfaserleicht, dämpft gut, wetterfest, bei Beschädigung nicht reparierbar

Für die Grundform mit Holz- oder Stahlrohrstiel berufen sich viele Hersteller auf DIN 7239. Daneben gibt es zahlreiche Herstellerformen mit eigenen Kopflängen und Griffen.

Zimmermannshammer und Latthammer

Die beiden Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet. Genauer betrachtet ist der Lattenhammer die leichtere Spezialform für Dachlattung und Schalung, häufig mit Beilseite. Der Zimmermannshammer ist schwerer, hat eine gerade Klaue und ist für große Nägel und das Zurechtschlagen von Balken gedacht. Wie sich beide vom gewöhnlichen Werkstatthammer unterscheiden, zeigt der Vergleich Latthammer oder normaler Hammer.

Der klassische Schlosserhammer mit Finne ist für Metallarbeiten und kleine Nägel gebaut – zum Ziehen von Nägeln ist er ungeeignet.

Wofür er gebraucht wird

  • Dachstuhl und Holzrahmenbau. Nägel von 70 bis 160 mm, Verbinder, Sparrennägel.
  • Schalungsbau. Schalbretter annageln und nach dem Betonieren wieder lösen. Hier spielt die Klaue ihre Stärke aus.
  • Zaun, Carport, Gartenhaus. Überall, wo Konstruktionsholz genagelt wird.
  • Abbrucharbeiten. Bretter lösen, Nägel ziehen, Leisten abhebeln.

Für feine Arbeiten im Innenausbau, dünne Stifte oder empfindliche Oberflächen ist er zu schwer und zu grob. Dort ist ein kleiner Schreinerhammer die bessere Wahl.

Zimmermann bei der Verwendung eines Zimmermannshammers mit Holzgriff an einem Dach
Zimmermann bei der Verwendung eines Zimmermannshammers mit Holzgriff an einem Dach. | Foto: kalinovsky / Depositphotos.com

Richtig nageln

  1. Nagel ansetzen. Mit der Hand oder im Nagelhalter, dann mit einem kurzen Schlag anschlagen, bis er von selbst steht.
  2. Hand weg. Ab dem zweiten Schlag gehört die Hand nicht mehr an den Nagel.
  3. Am Stielende greifen. Der Schwung kommt aus Unterarm und Handgelenk, nicht aus der Schulter. Wer am Kopf greift, verschenkt die Hebelwirkung.
  4. Bahn gerade aufsetzen. Ein schräg getroffener Nagel knickt. Das Auge schaut auf den Nagelkopf, nicht auf den Hammer.
  5. Die letzten Schläge dosieren. Bei Sichtholz den Nagel nicht ganz versenken, sondern mit einem Durchschlag nachtreiben, sonst bleibt ein Abdruck der gerauten Bahn.

Nahe am Brettende vorbohren oder die Nagelspitze leicht stumpf schlagen. Eine stumpfe Spitze drückt die Fasern auseinander, statt sie zu spalten.

Nägel ziehen mit der Klaue

Den Nagel tief in den Schlitz der Klaue einführen und über den Kopf hebeln. Bei langen Nägeln nach der Hälfte ein Holzstück unterlegen, dann bleibt der Hebel wirksam und der Hammerkopf drückt keine Delle in die Oberfläche. Nägel ohne Kopf oder mit abgerissenem Kopf gehören zur Beißzange oder zum Kuhfuß.

Tragen auf der Baustelle

Traditionell steckt der Zimmermannshammer in einer Hammerschlaufe an der Zunfthose oder am Werkzeuggürtel. Das hält beide Hände frei, und der Hammer fällt nicht vom Dach. Auf Gerüsten und Dächern gilt: Werkzeug nie lose ablegen, wo es herunterfallen kann. Ein Hammer aus zehn Metern Höhe ist ein Geschoss. Wer oft auf der Dachleiter arbeitet, sollte zusätzlich über eine Fangschnur nachdenken.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Geschmiedeter Kopf aus Werkzeugstahl mit gehärteter Bahn und Klaue.
  • Fester Stielsitz. Bei Holzstielen verkeilt, bei Stahlrohr untrennbar verbunden. Ein wackelnder Kopf ist ein Unfallrisiko.
  • Stielschutz am Hals, etwa ein Stahlring oder eine Hülse. Er schützt den Stiel bei Fehlschlägen auf die Kante.
  • Magnet, der den Nagel wirklich hält. Schwache Magneten lassen den Nagel beim Ausholen fallen.
  • Griff, der zur Hand passt. Probieren Sie den Hammer im Laden aus, wenn es geht – das Gefühl entscheidet über Ermüdung und Treffsicherheit.

Pflege und Sicherheit

Einen Hammer mit rissigem Stiel, loser Verbindung oder abgeplatzter Bahn nicht weiter benutzen. Abplatzende Stahlsplitter sind ein echtes Verletzungsrisiko – deshalb beim Nageln eine Schutzbrille tragen, vor allem bei gehärteten Nägeln. Nie mit zwei Hämmern gegeneinander schlagen: Gehärtete Bahnen können dabei splittern.

Holzstiele gelegentlich mit Leinöl einreiben und nicht in der Sonne oder am Ofen lagern, sonst schwindet das Holz und der Kopf lockert sich.

Häufige Fragen

Was kostet ein Zimmermannshammer?

Einfache Modelle gibt es ab etwa 20 Euro. Markenhämmer aus deutscher oder skandinavischer Fertigung liegen meist bei 35 bis 80 Euro.

Holz- oder Stahlrohrstiel?

Wer viel am Stück nagelt, freut sich über die Dämpfung eines Holzstiels. Wer den Hammer auch zum Hebeln und für grobe Arbeiten nimmt, fährt mit Stahlrohr besser. Für Heimwerker ist beides gleichermaßen brauchbar.

Ersetzt eine Nagelpistole den Hammer?

Bei großen Mengen gleicher Nägel ja, eine Nagelpistole ist dort erheblich schneller. Zum Korrigieren, Lösen und Nachschlagen bleibt der Hammer trotzdem unverzichtbar. Zum Anzeichnen gehört der Zimmermannsbleistift mit dazu.

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