Sandfilteranlage richtig spülen

Inhalt10 Abschnitte
Eine Sandfilteranlage reinigt sich nicht von selbst – sie muss regelmäßig rückgespült werden. Dabei läuft das Wasser rückwärts durch den Sand und trägt den gesammelten Schmutz in den Abfluss. Das dauert fünf Minuten, verlängert die Lebensdauer des Sandes um Jahre und ist der häufigste Grund, warum ein Pool trotz laufender Pumpe trüb wird: Es wurde schlicht vergessen.
Woran Sie erkennen, dass gespült werden muss
Das Manometer auf dem Filterkessel ist die wichtigste Anzeige. Notieren Sie den Druck direkt nach einer Rückspülung oder nach dem ersten Befüllen mit frischem Sand – das ist Ihr Ausgangswert, oft zwischen 0,5 und 0,8 bar. Steigt der Druck um 0,2 bis 0,3 bar darüber, ist Rückspülen fällig. Manche Manometer haben dafür einen grünen und einen gelben Bereich.
Ohne Manometer bleibt nur die Faustregel: in der Badesaison einmal pro Woche, zusätzlich nach Unwettern, starkem Pollenflug oder einer Party mit vielen Gästen. Ein weiteres Zeichen ist ein spürbar schwächerer Strahl an der Einlaufdüse.
Die Stellungen des Mehrwegeventils
| Filtern | Normalbetrieb. Wasser vom Becken durch den Sand zurück ins Becken. |
| Rückspülen | Wasser läuft von unten nach oben durch den Sand und dann in den Abfluss. Reinigt die Füllung. |
| Nachspülen | Wasser läuft wieder in Filterrichtung, aber in den Abfluss. Setzt den aufgewirbelten Sand und spült Reste heraus. |
| Entleeren | Pumpt das Becken am Filter vorbei direkt in den Abfluss. Auch zum Absaugen von grobem Bodenschmutz. |
| Zirkulieren | Wasser umgeht den Filter. Zum Verteilen von Pflegemitteln oder wenn der Filter defekt ist. |
| Geschlossen | Alles gesperrt. Die Pumpe darf in dieser Stellung nie laufen. |
| Winter | Nur beim Siebenwegeventil. Entlastet die Dichtung während der Einlagerung. |
Vor dem Spülen
Prüfen Sie, dass der Abflussschlauch angeschlossen ist und an einer Stelle endet, wo gut 200 bis 500 Liter Wasser hindürfen. Rückspülwasser enthält Chlor und Schmutz. Es gehört in einen Schmutzwasseranschluss, nicht auf den Rasen des Nachbarn und nicht in den Gartenteich. Ob der Regenwasserkanal tabu ist, regelt die Gemeinde – meist ist er es.
Der Wasserstand im Becken muss so hoch sein, dass der Skimmer auch nach dem Spülen noch Wasser zieht. Bei knapp gefüllten Pools vorher etwas nachfüllen.
Rückspülen Schritt für Schritt
- Pumpe ausschalten. Das gilt vor jedem einzelnen Umstellen des Ventils – ohne Ausnahme.
- Ventil auf Rückspülen stellen. Den Hebel dazu herunterdrücken und drehen, nicht mit Gewalt.
- Pumpe einschalten und 2 bis 3 Minuten laufen lassen. Hat die Anlage ein Schauglas, spülen Sie so lange, bis das Wasser darin klar ist. Bei stark verschmutztem Filter kann es auch länger dauern.
- Pumpe ausschalten, Ventil auf Nachspülen.
- Pumpe für 30 bis 60 Sekunden einschalten. Der Sand setzt sich wieder, Schwebstoffe gehen in den Abfluss statt ins Becken.
- Pumpe aus, Ventil auf Filtern, Pumpe wieder an. Den neuen Druck ablesen – er sollte wieder nahe am Ausgangswert liegen.
Wer das Nachspülen weglässt, sieht beim nächsten Einschalten eine Schmutzwolke aus der Einlaufdüse kommen. Der Schritt kostet eine Minute und ist nicht optional.
Wenn der Druck nicht sinkt
Liegt der Druck nach dem Rückspülen immer noch deutlich über dem Ausgangswert, gibt es drei übliche Ursachen. Erstens ist der Sand verklebt, etwa durch Sonnencreme, Körperfett oder Flockungsmittel. Dann hilft ein Filterreiniger aus dem Poolhandel, der über Nacht einwirkt, und danach gründliches Rückspülen.
Zweitens kann der Sand am Ende sein. Nach drei bis fünf Jahren bilden sich feste Klumpen und Kanäle. Hier hilft nur ein Wechsel, wahlweise auf Filterglas. Drittens kann die Leitung nach dem Kessel verstopft sein, etwa durch eine zugewachsene Einlaufdüse.
Wie oft ist zu oft
Rückspülen kostet Wasser und Chlor. Wer täglich spült, verliert pro Saison mehrere Kubikmeter und muss laufend nachdosieren. Außerdem filtert ein leicht belegter Sand sogar feiner als ein frisch gespülter, weil die abgelagerten Partikel die Zwischenräume verkleinern. Spülen Sie nach Druck, nicht nach Kalender.
Nach dem Spülen
Jede Rückspülung kostet einige Hundert Liter. Füllen Sie das Becken nach, bis der Skimmer wieder in der Mitte seiner Öffnung Wasser zieht. Frisches Leitungswasser verändert pH-Wert und Chlorgehalt – messen Sie beides am nächsten Tag und gleichen Sie nach. Den neuen Druck am Manometer vergleichen Sie mit Ihrem Ausgangswert. Liegt er nach dem Spülen wieder im grünen Bereich, ist alles in Ordnung. Notieren Sie Datum und Druck; nach einigen Wochen erkennen Sie, wie schnell Ihr Filter zusetzt, und können das Spülen planen.
Typische Fehler
- Ventil unter Last umgestellt. Die Stern-Dichtung im Ventil verrutscht oder reißt, danach läuft ständig Wasser in den Abfluss.
- Nachspülen vergessen. Trübes Wasser direkt nach der Pflege.
- Pumpe auf Geschlossen eingeschaltet. Der Druck steigt schlagartig; im schlimmsten Fall platzt ein Bauteil.
- Schlauch nicht befestigt. Der Abflussschlauch schlägt beim Einschalten aus und setzt das Pumpenhäuschen unter Wasser.
- Nach einer Schockchlorung sofort gespült. Dann landet ein Teil der teuren Chlormenge im Kanal. Besser ein paar Stunden filtern lassen. Mehr dazu unter Schockchlorung.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser verbraucht eine Rückspülung?
Je nach Pumpenleistung und Dauer 200 bis 500 Liter. Bei einem Pool mit 20 m³ ist das weniger als 3 Prozent – aber jede Woche.
Brauche ich dafür einen Fachmann?
Nein. Das Umstellen des Ventils ist Bedienung, keine Reparatur. Einmal gemacht, ist der Ablauf klar.
Kann ich Rückspülwasser zum Gießen nehmen?
Frisch gechlortes Wasser ist für Pflanzen nicht ideal, und in größeren Mengen schadet es dem Bodenleben. Lassen Sie es mindestens einige Tage offen stehen, dann baut sich das Chlor ab. Für Gemüsebeete würden wir es nicht verwenden.
Wie reinige ich die Anlage vor dem Winter?
Einmal gründlich rückspülen, dann Wasser aus Kessel und Pumpe ablassen, das Ventil in die Winterstellung oder zwischen zwei Stellungen bringen und die Pumpe frostfrei lagern. Wie Sie die Anlage aufbauen, steht unter Sandfilteranlage anschließen.



