Seilzugleiter

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Eine Seilzugleiter ist eine zwei- oder dreiteilige Schiebeleiter, deren oberer Teil mit einem Seil über eine Umlenkrolle ausgefahren wird. Sie stehen dabei sicher am Boden, ziehen das Seil und rasten den Oberteil in der gewünschten Höhe ein. Damit erreichen Sie Höhen, bei denen eine normale Anlegeleiter längst zu schwer und zu unhandlich wäre.
Aufbau und Funktion
Die Leiter besteht aus zwei oder drei ineinander geführten Leiterteilen. Am unteren Teil sitzt eine Seilrolle, das Seil läuft zum oberen Teil. Ziehen Sie am Seil, gleitet der obere Teil nach oben. Beim Loslassen fällt er in Fallhaken ein, die über die Sprossen des unteren Teils greifen und die Leiter in der jeweiligen Stellung sichern.
Die Führungen halten die Leiterteile auch im ausgefahrenen Zustand zusammen. Wichtig ist eine ausreichende Überdeckung der Leiterteile, die der Hersteller vorgibt – die Leiter darf nicht bis zur letzten Sprosse ausgefahren werden.

Wofür sie sich eignet
- Arbeiten an Dachrinnen und Fallrohren, siehe Dachrinne reinigen
- Fassadenarbeiten wie Anstriche, Montage von Lampen oder Kameras
- Zugang zu Flachdächern und Balkonen
- Arbeiten an hohen Bäumen, wenn ein fester Anlegepunkt vorhanden ist
Für Obstbäume ohne festen Anlegepunkt ist eine Obstbaumleiter mit einem Holm besser geeignet. Für Dacharbeiten auf der Dachfläche selbst gibt es die Dachleiter.
Längen und Größen
Seilzugleitern werden über die Sprossenzahl angegeben, etwa 2 × 14, 2 × 16 oder 2 × 18. Zweiteilige Modelle erreichen ausgefahren meist 7 bis 11 m Leiterlänge, dreiteilige mehr. Die Arbeitshöhe liegt, abhängig vom Anstellwinkel und der Körpergröße, etwas darüber.
Der Sprossenabstand liegt bei den meisten Leitern um 28 cm. Die Sprossen sind breit und oft geriffelt, damit der Fuß sicher steht.
Beachten Sie das Gewicht. Eine lange Aluminium-Seilzugleiter wiegt schnell 20 bis 30 kg. Zum Aufstellen braucht es Übung, bei großen Längen eine zweite Person.
Die Traverse ist Pflicht
Nach der Leiternorm EN 131 müssen Anlegeleitern mit einer Länge über 3 m eine verbreiterte Fußbasis haben, meist eine Traverse am unteren Ende. Sie verhindert das seitliche Wegkippen, eine der häufigsten Unfallursachen. Ältere Leitern ohne Traverse lassen sich oft mit einer Nachrüst-Traverse des Herstellers aufwerten.
Transport und Aufstellen zu zweit
Lange Seilzugleitern tragen Sie am besten waagerecht auf der Schulter, das vordere Ende leicht angehoben, damit Sie niemanden treffen. Zum Aufrichten stellt eine Person den Fuß gegen die Leiterfüße, die zweite läuft unter der Leiter von oben nach unten und richtet sie Sprosse für Sprosse auf. Allein eine lange Leiter aufzurichten ist der Moment, in dem sie am häufigsten umfällt – auf Autos, Fenster oder den Nachbarzaun.
Richtig aufstellen
- Fester, ebener Untergrund. Auf weichem Rasen Unterlegplatten verwenden, auf glatten Böden auf rutschhemmende Füße achten.
- Leiter eingefahren aufstellen, dann gegen die Wand lehnen und erst danach ausfahren.
- Anstellwinkel von etwa 65 bis 75 Grad. Probe: Stellen Sie sich mit den Fußspitzen an die Leiterfüße und strecken Sie den Arm waagerecht aus. Die Hand sollte die Sprosse in Schulterhöhe gerade erreichen.
- Sicherer Anlegepunkt. Nie gegen Dachrinnen, Glas oder Fallrohre lehnen. Dafür gibt es Wandabstandshalter.
- Mindestens 1 m Überstand über die Austrittsstelle, wenn Sie auf ein Dach oder einen Balkon wechseln wollen.
- Fallhaken kontrollieren, bevor Sie hinaufsteigen. Beide müssen sicher über der Sprosse sitzen.
Sicher arbeiten
- Die obersten drei Sprossen einer Anlegeleiter werden nicht betreten. Darüber gibt es keinen Halt mehr für die Hände.
- Immer mit dem Gesicht zur Leiter steigen und eine Hand an der Leiter behalten.
- Nicht seitlich hinauslehnen. Der Körperschwerpunkt bleibt zwischen den Holmen. Lieber öfter umsetzen.
- Werkzeug am Gürtel oder im Eimer am Haken, nicht in der Hand beim Steigen.
- Kein Einsatz bei Wind und nasser Witterung.
- Stromleitungen meiden. Aluminium leitet, der Abstand zu Freileitungen muss groß genug bleiben.
Aluminium oder Holz
Die meisten Seilzugleitern sind aus Aluminium: leicht, witterungsfest, wartungsarm. Holzleitern gibt es noch für spezielle Anwendungen, sie sind schwerer und brauchen Pflege. Für Arbeiten in der Nähe von elektrischen Anlagen gibt es Leitern aus glasfaserverstärktem Kunststoff.
Prüfen und pflegen
Vor jedem Einsatz kurz prüfen: Seil ohne Scheuerstellen, Umlenkrolle frei drehend, Fallhaken beweglich, Holme ohne Dellen und Risse, Füße vollständig. Gewerbliche Leitern müssen regelmäßig von einer befähigten Person geprüft werden. Privat gilt: Eine verbogene Leiter kommt weg, sie lässt sich nicht sicher richten. Lagern Sie die Leiter liegend oder aufgehängt, trocken und vor Sonne geschützt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Seilzugleiter?
Zweiteilige Modelle mit 2 × 14 Sprossen gibt es ab etwa 250 Euro, Markenleitern mit Traverse und großer Länge kosten 400 bis 900 Euro.
Seilzugleiter oder Schiebeleiter?
Bei der einfachen Schiebeleiter wird der obere Teil von Hand hochgeschoben. Das geht bis zu mittleren Längen, darüber wird es schwer und unsicher. Mehr dazu bei der Ausziehleiter.
Kann ich eine Seilzugleiter mieten?
Ja, viele Baumärkte und Maschinenverleiher vermieten Leitern tageweise. Für einmalige Arbeiten ist das oft die vernünftigere Lösung.



