So verschwindet die lästige Besucherritze

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Die Besucherritze ist die Fuge zwischen zwei Einzelmatratzen im Doppelbett. Sie drückt, wenn man darauf liegt, und wird zur Rinne, sobald ein Kind nachts dazwischenkriecht. Schließen lässt sie sich auf vier Wegen, von der Füllung für wenige Euro bis zur durchgehenden Liegefläche. Welcher passt, hängt davon ab, wie breit die Ritze ist und ob beide Matratzen gleich hoch sind.
Warum überhaupt zwei Matratzen
Zwei Einzelmatratzen sind im Doppelbett die Regel, und das hat Gründe. Jeder kann den Härtegrad wählen, der zu Gewicht und Schlafposition passt. Wer sich nachts dreht, bringt die Matratze des Partners weniger in Bewegung. Und zwei Matratzen mit 80 oder 90 cm Breite sind leichter zu wenden und zu beziehen als eine mit 180 cm.
Der Preis dafür ist die Lücke in der Mitte. Sie entsteht, weil Matratzen an den Kanten nachgeben und nie ganz plan aneinanderliegen.
Wann die Ritze wirklich stört
Solange jeder auf seiner Seite schläft, merkt man sie kaum. Unangenehm wird es, wenn Paare eng zusammen liegen, wenn Kinder oder der Hund dazukommen oder wenn die Matratzen verrutschen und die Fuge mit den Monaten breiter wird. Dann liegt man mit Hüfte oder Schulter auf zwei weichen Kanten und einem Loch dazwischen.

Die vier Lösungen im Vergleich
| Lösung | Wirkung | Geeignet für |
| Liebesbrücke | füllt die Fuge | schmale Ritzen, gleiche Matratzenhöhe |
| Topper | überdeckt die Fuge | alle Fälle, wenn die Matratzen ähnlich hart sind |
| Partnerbezug | hält beide Matratzen zusammen | verrutschende Matratzen |
| Matratzengurt | zieht die Matratzen zusammen | günstige Sofortlösung |
Die Liebesbrücke
Die Liebesbrücke, auch Doppelbettbrücke genannt, ist ein Schaumstoffkeil mit T-förmigem Querschnitt. Der schmale Steg steckt in der Fuge, die breite Oberseite legt sich über die beiden Matratzenkanten. Übliche Breiten liegen zwischen 18 und 25 cm. Sie wird unter das Spannbettlaken gelegt und fällt dann nicht mehr auf.
Modelle mit Bezug sind waschbar und verrutschen weniger, weil der Stoff auf der Matratze haftet. Modelle ohne Bezug sind günstiger und atmen besser, der blanke Schaum nimmt aber Schweiß und Staub auf und lässt sich nicht waschen.
Der Topper
Ein Topper ist eine Matratzenauflage aus Schaum, Latex oder Gel mit einer Höhe von etwa 4 bis 9 cm. Liegt ein durchgehender Topper über beiden Matratzen, verschwindet die Fuge komplett. Er verändert aber auch das Liegegefühl: Eine harte Matratze wird weicher, eine weiche noch weicher. Paare mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen verlieren damit einen Teil des Vorteils getrennter Matratzen.
Dünne Matratzenauflagen aus Stoff oder Vlies sind billiger, überdecken die Ritze aber nur optisch. Man spürt sie trotzdem.
Partnerbezug und Gurt
Ein Partnerbezug ist ein großer Matratzenbezug mit Reißverschluss, in den beide Matratzen zusammen hineinkommen. Er hält sie fest aneinander und hat oft eine eingearbeitete Mittelzone. Das funktioniert gut, wenn die Matratzen gleich hoch sind.
Ein Matratzengurt ist ein Spanngurt, der um beide Matratzen gelegt und zugezogen wird. Er kostet wenig und verhindert das Auseinanderwandern. Kombiniert mit einer Liebesbrücke ist das oft schon die ganze Lösung.
Wenn die Matratzen unterschiedlich hoch sind
Ein Höhenunterschied von ein, zwei Zentimetern macht die Ritze zur Stufe. Eine Liebesbrücke hilft dann nicht, weil sie auf einer Seite in der Luft hängt. Möglichkeiten:
- Die niedrigere Matratze unterlegen, etwa mit einer dünnen Schaumstoffplatte auf dem Lattenrost.
- Einen dickeren Topper verwenden, der die Stufe schluckt.
- Beim nächsten Kauf gleiche Höhen wählen. Das spart später alle Tricks.
Die Liebesbrücke selbst bauen
Aus einer Schaumstoffplatte mittlerer Festigkeit lässt sich ein Keil selbst zuschneiden. Am saubersten gelingt der Schnitt mit einem elektrischen Messer oder einem langen, sehr scharfen Brotmesser.
- Maß nehmen: Bettlänge, Breite der Fuge und gewünschte Breite der Auflage.
- Zwei Streifen schneiden: einen breiten für die Oberseite, einen schmalen für den Steg.
- Verkleben mit Sprühkleber für Schaumstoff und gut trocknen lassen.
- Einen Bezug nähen oder einen alten Kissenbezug in Streifen umnähen, damit der Schaum geschützt ist.
Der Materialpreis liegt meist unter dem einer gekauften Brücke. Den Kleber vor dem Einsatz gut auslüften lassen.
Worauf es beim Kauf ankommt
Die Länge der Brücke sollte der Matratzenlänge entsprechen, meist 200 cm. Der Schaum sollte eine Festigkeit haben, die zur Matratze passt – zu hart spürt man als Kante, zu weich gibt er nach. Ein abnehmbarer, waschbarer Bezug ist bei jedem Produkt ein Plus, das direkt am Körper liegt.

Häufige Fragen
Warum nicht einfach eine große Matratze?
Weil beide dann denselben Härtegrad haben. Das passt bei ähnlicher Statur, sonst schläft einer schlechter. Außerdem ist eine Matratze mit 180 cm Breite schwer zu wenden.
Hilft ein großes Spannbettlaken allein?
Ein durchgehendes Laken hält die Matratzen etwas zusammen, schließt die Fuge aber nicht. Zusammen mit Gurt oder Brücke ist es sinnvoll.
Was kostet eine Liebesbrücke?
Einfache Modelle ohne Bezug gibt es ab etwa 15 Euro, mit waschbarem Bezug und hochwertigem Schaum liegt man bei 30 bis 60 Euro.

