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Heimwerker-Berater

Werkzeugkoffer

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Bestückt oder leer
  2. Was in einen Haushaltskoffer gehört
  3. Woran Sie Qualität erkennen
  4. Die Kofferbauarten
  5. Der Koffer selbst
  6. Mehr als ein Koffer
  7. Typische Fehler
  8. Ordnung im Koffer halten
  9. Was ein guter Werkzeugkoffer kostet
  10. Häufige Fragen

Ein Werkzeugkoffer bewahrt das Werkzeug geordnet auf und bringt es dahin, wo die Arbeit ist. Vor dem Kauf steht die Grundfrage: bestückt oder leer? Für den Haushalt ist ein gut bestückter Koffer der schnellste Weg zur Grundausstattung, wer schon Werkzeug hat oder gezielt sammeln möchte, kauft den leeren Koffer und füllt ihn selbst.

Bestückt oder leer

Bestückter Koffer
  • alles auf einmal, jedes Teil hat seinen Platz
  • fehlende Teile fallen sofort auf
  • oft günstiger als Einzelkauf
  • enthält Werkzeug, das Sie nie nutzen
  • Qualität schwankt innerhalb des Sets
Leerer Koffer
  • nur Werkzeug, das Sie brauchen
  • jedes Teil in der gewünschten Qualität
  • wächst mit den Aufgaben
  • teurer und aufwendiger
  • Ordnung muss man selbst schaffen

Was in einen Haushaltskoffer gehört

  • Hammer, 300 g reicht für den Haushalt.
  • Schraubendreher Schlitz, Kreuz (PH und PZ) und Torx, dazu ein Bithalter mit Bitsatz.
  • Zangen: Kombizange, Seitenschneider, Wasserpumpenzange.
  • Maulschlüssel oder Ringmaulschlüssel von 8 bis 19 mm, dazu ein kleiner Knarrenkasten.
  • Innensechskantschlüssel für Möbel.
  • Zollstock und Maßband.
  • Wasserwaage 30 bis 40 cm.
  • Cuttermesser mit Ersatzklingen.
  • Spannungsprüfer, einpolig nur als Orientierung – für eine sichere Prüfung ist ein zweipoliger Prüfer nötig.

Mit diesem Inhalt lassen sich Möbel montieren, Lampen aufhängen, Wasserhähne tauschen und die meisten kleinen Reparaturen erledigen.

Woran Sie Qualität erkennen

Stahl. Schraubendreher und Schlüssel sollten aus Chrom-Vanadium-Stahl oder einem vergleichbar hochwertigen Werkzeugstahl bestehen. Weicher Stahl verformt sich und beschädigt Schraubenköpfe.

Passgenauigkeit. Ein Bit, das in der Schraube wackelt, rutscht heraus. Gute Bits sitzen stramm.

Isolierung. Schraubendreher und Zangen für Elektroarbeiten sollten nach VDE für 1000 V isoliert sein – erkennbar am Doppeldreieck-Symbol und der Spannungsangabe. Achtung: Auch damit wird nicht an spannungsführenden Teilen gearbeitet; Arbeiten am Netz sind Sache der Elektrofachkraft.

Kennzeichnung. Die Größen sollten eingeprägt oder dauerhaft aufgedruckt sein, nicht nur aufgeklebt.

Die Kofferbauarten

BauartStärkeSchwäche
Kunststoff-Hartschaleleicht, günstig, feuchtigkeitsfestScharniere und Verschlüsse sind Schwachstellen
Aluminiumstabil, edel, oft mit Werkzeugtafelnteurer, verbeult bei Stößen
Stahlblech (Klappkasten)unverwüstlich, Etagenfächerschwer, rostet bei Lackschäden
Stapelsystemekombinierbar, Maschinen und Kleinteile im selben Systemherstellerabhängig

Stapelbare Koffersysteme haben sich bei Handwerkern durchgesetzt: Maschinenkoffer, Sortimentskästen und Werkzeugkoffer rasten übereinander ein und lassen sich zusammen tragen oder auf ein Rollbrett stellen. Wer bereits Maschinen einer Marke im Systemkoffer besitzt, sollte beim Werkzeugkoffer im selben System bleiben.

Der Koffer selbst

  • Verschlüsse aus Metall halten länger als Kunststoffschnappverschlüsse.
  • Scharniere durchgehend oder aus Metall, nicht nur zwei kleine Kunststoffzapfen.
  • Griff stabil und breit genug, dass er bei 10 kg nicht in die Finger schneidet.
  • Innenaufteilung mit Einlagen oder Werkzeugtafeln, in denen jedes Teil festsitzt.
  • Gewicht leer im Blick behalten. Ein voller Koffer über 15 kg wird zur Last.

Mehr als ein Koffer

Werkzeugkoffer sind ideal für die Grundausstattung, die immer dabei sein soll. Für mehr Werkzeug, das über Treppen und durch Häuser getragen wird, ist ein Werkzeugrucksack bequemer, für schwere Ausrüstung ein Werkzeugtrolley auf Rollen. In der Werkstatt übernimmt der Werkzeugwagen die Rolle des Koffers. Was darüber hinaus zur Werkstatt gehört, steht unter Grundausstattung der Heimwerker-Werkstatt.

Typische Fehler

  • Den größten Koffer gekauft. 200 Teile klingen gut, darunter sind aber oft 80 Bits und 40 Steckschlüssel-Nüsse, die Sie nie brauchen.
  • Koffer feucht gelagert. In Gartenhäusern und Garagen rostet Werkzeug auch im geschlossenen Koffer. Ein Beutel Trockenmittel hilft.
  • Lücken nicht nachgefüllt. Wer ausgeliehene Teile nicht zurücklegt, hat nach einem Jahr einen Koffer voller leerer Plätze.

Ordnung im Koffer halten

Ein Koffer bleibt nur dann nützlich, wenn jedes Teil nach der Arbeit an seinen Platz zurückkehrt. Einlagen mit Aussparungen oder Werkzeugtafeln mit Schlaufen helfen dabei, weil eine Lücke sofort auffällt. Legen Sie keine Verbrauchsmaterialien wie Schrauben, Klebeband oder Kabelbinder lose dazu – dafür gehört ein kleiner Sortimentskasten in den Deckel oder daneben. Einmal im Jahr ausräumen, reinigen und kontrollieren: Stumpfe Klingen tauschen, ausgenudelte Bits ersetzen, verrostete Teile behandeln. Das dauert eine halbe Stunde und erspart die Suche, wenn es eilig ist.

Was ein guter Werkzeugkoffer kostet

Ein ordentlich bestückter Koffer für den Haushalt ist ab etwa 50 Euro zu haben. In der Klasse von 50 bis 100 Euro bekommen Sie ein vollständiges Grundsortiment. Für ambitionierte Heimwerker sind 100 bis 300 Euro eine realistische Spanne, Profikoffer mit Markenwerkzeug kosten auch deutlich mehr. Leere Koffer beginnen bei etwa 20 Euro.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Werkzeugkoffer mit 150 Teilen?

Nur wenn die wichtigen Teile gut sind. Zählen Sie die echten Werkzeuge, nicht die Bits.

Welche Marke ist gut?

Wichtiger als die Marke ist die Qualität der einzelnen Teile. Achten Sie auf Stahlangabe, VDE-Kennzeichnung und Garantie.

Wie verhindere ich Rost im Koffer?

Trocken lagern, feuchtes Werkzeug vor dem Einräumen abtrocknen und gelegentlich mit einem Tropfen Öl abwischen.

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