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Heimwerker-Berater

15 Tipps, damit der Umzug gelingt

Haushaltvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
15 Tipps, damit der Umzug gelingt
Inhalt10 Abschnitte
  1. Selbst machen oder Firma beauftragen
  2. Acht Wochen vorher
  3. Vier Wochen vorher
  4. Zwei Wochen vorher
  5. Die letzte Woche
  6. Das richtige Werkzeug
  7. Am Umzugstag
  8. Nach dem Umzug
  9. Kosten und Steuer
  10. Die häufigsten Fehler

Ein Umzug scheitert selten am Tragen, fast immer an der Planung. Wer acht Wochen vorher anfängt, hat am Umzugstag eine Liste – wer zwei Tage vorher anfängt, hat Kartons ohne Beschriftung und einen Transporter, der zu klein ist.

Selbst machen oder Firma beauftragen

Vor dem Zeitplan steht die Grundsatzfrage. Ein Umzug mit Freunden ist billiger, ein Umzugsunternehmen schneller und für Schäden haftbar. Bei einer kleinen Wohnung im Erdgeschoss und einem kurzen Weg spricht viel für das Selbermachen. Bei einer großen Wohnung im vierten Stock ohne Aufzug, bei schweren Einzelstücken wie Klavier oder Tresor und bei weiten Strecken rechnet sich die Firma schnell. Dazwischen gibt es Mischformen: Sie packen selbst, die Firma trägt und fährt. Holen Sie mindestens zwei Angebote mit Besichtigung ein, Pauschalpreise per Telefon sind selten belastbar. Die Abwägung im Detail steht unter Umzug selber machen oder mit Fachfirma.

Acht Wochen vorher

1. Kündigen und mieten. Kündigungsfrist der alten Wohnung prüfen – meist drei Monate zum Monatsende. Mietvertrag der neuen Wohnung unterschreiben, Übergabetermin vereinbaren.

2. Transporter reservieren. Zum Monatsende und an Samstagen sind Transporter Wochen im Voraus vergriffen. Als Faustregel reicht für eine Zwei-Zimmer-Wohnung ein 3,5-Tonner mit etwa 20 Kubikmetern; darüber wird es ein zweiter Trip oder ein 7,5-Tonner mit Fahrer.

3. Helfer festmachen. Vier bis sechs Leute für eine mittlere Wohnung. Wer jetzt fragt, bekommt Zusagen; wer eine Woche vorher fragt, bekommt Ausreden.

4. Ausmisten. Alles, was nicht mit soll, jetzt verkaufen oder verschenken. Jeder Karton, der nicht gepackt wird, spart doppelt: beim Tragen und beim Auspacken. Wie man dabei systematisch vorgeht, steht unter Aufräumen und Entrümpeln.

umzugsservice
Ein Umzugsservice kann eine große Hilfe beim Umzug darstellen! | Foto: XiXinXing / Depositphotos.com

Vier Wochen vorher

5. Halteverbotszone beantragen. Bei der Stadt oder über den Transporterverleih, Vorlauf meist zwei Wochen. Ohne sie stehen die Helfer mit dem Schrank in der zweiten Reihe.

6. Nachsendeauftrag stellen. Bei der Post für sechs Monate. Er kostet wenig und fängt alles ab, was Sie beim Ummelden vergessen.

7. Verträge umziehen. Strom, Gas, Internet, Telefon. Beim Internet ist der Vorlauf am längsten – Anbieter brauchen oft drei bis sechs Wochen für die Schaltung.

8. Kartons besorgen. Rechnen Sie mit 20 bis 30 Kartons je Zimmer. Bücherkartons sind klein und stabil, große Kartons nur für Leichtes. Gebrauchte Kartons vom Supermarkt sind eine Option, gleiche Größen stapeln sich aber besser.

Zwei Wochen vorher

9. Systematisch packen. Zimmer für Zimmer, zuerst das Selten-Gebrauchte. Auf jeden Karton kommen Zielraum und Inhalt, an zwei Seiten, nicht auf den Deckel – gestapelt sieht man den Deckel nicht mehr.

10. Schweres unten, Leichtes oben. Ein Karton sollte nicht mehr als etwa 20 Kilogramm wiegen. Bücher nur bis zur Hälfte, den Rest mit Kissen oder Textilien auffüllen.

11. Zerbrechliches einzeln einwickeln, Hohlräume ausfüllen, Karton beschriften. Teller stehen hochkant, nicht gestapelt – hochkant tragen sie das Gewicht besser.

12. Möbel vorbereiten. Schubladen leeren oder mit Folie umwickeln, Schrauben in beschriftete Beutel, die mit Klebeband am jeweiligen Möbel bleiben. Ein Foto vom zusammengebauten Zustand hilft beim Wiederaufbau.

Die letzte Woche

13. Den Kühlschrank leeren und zwei Tage vorher abtauen. Beim Transport muss er stehen; danach mindestens 12 Stunden stehen lassen, bevor er wieder ans Netz geht, damit sich das Kühlmittel verteilt.

14. Ein Erste-Nacht-Karton. Bettwäsche, Handtücher, Zahnbürste, Kaffee, Ladekabel, Werkzeug, Toilettenpapier, Glühbirnen. Dieser Karton fährt im eigenen Auto mit, nicht im Transporter.

15. Zählerstände dokumentieren in beiden Wohnungen, mit Foto. Beim Übergabeprotokoll alle Mängel fotografieren – das erspart Diskussionen um die Kaution.

Das richtige Werkzeug

Ein kleiner Werkzeugkasten gehört griffbereit in das eigene Auto: Akkuschrauber mit Bits, Inbusschlüssel-Satz, Cuttermesser, Klebeband, Kabelbinder, Zange, Wasserwaage und ein Satz Dübel. Dazu Arbeitshandschuhe für alle Helfer. Eine Sackkarre spart bei Kartonstapeln und Waschmaschine enorm Kraft, im Treppenhaus hilft eine mit Treppensteiger-Funktion, siehe Sackkarre mit Treppensteiger. Möbelroller, Tragegurte und ein paar alte Decken zum Abpolstern kosten wenig und verhindern Kratzer an Möbeln und Türrahmen.

Am Umzugstag

Beginnen Sie früh, laden Sie Schweres und Sperriges zuerst ein und verteilen Sie Rollen: einer im Transporter, der stapelt, die anderen tragen. Wer ohne Plan lädt, hat am Ende den Kühlschrank vorn und den Karton mit dem Werkzeug hinten.

Essen und Getränke für die Helfer sind keine Höflichkeit, sondern Teil der Planung. Nach fünf Stunden Tragen entscheidet das über die Laune.

Nach dem Umzug

Innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug müssen Sie sich beim Einwohnermeldeamt ummelden, das schreibt das Bundesmeldegesetz einheitlich vor. Mitbringen müssen Sie die Wohnungsgeberbestätigung, die der Vermieter ausstellt – fragen Sie rechtzeitig danach. Dazu Kfz-Zulassung, Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Krankenkasse, Rundfunkbeitrag.

Prüfen Sie den Nachsendeauftrag drei Monate später noch einmal: Was dann noch weitergeleitet wird, haben Sie beim Ummelden vergessen.

Kosten und Steuer

Ein Umzug in Eigenregie kostet vor allem Transporter, Kartons und Verpflegung, bei einer mittleren Wohnung meist einige hundert Euro. Ein Umzugsunternehmen liegt je nach Menge, Stockwerk und Entfernung deutlich darüber. Bewahren Sie alle Rechnungen auf. Bei einem privaten Umzug lassen sich die Arbeitskosten einer Umzugsfirma als haushaltsnahe Dienstleistung teilweise von der Steuer abziehen, bei einem beruflich veranlassten Umzug gelten die Kosten als Werbungskosten. Die Einzelheiten klärt die Steuererklärung oder ein Steuerberater.

Die häufigsten Fehler

  • Kartons ohne Beschriftung. Kostet beim Auspacken Tage.
  • Zu schwere Kartons. Böden reißen, Rücken auch.
  • Transporter zu klein. Zweiter Trip, doppelte Zeit.
  • Halteverbot vergessen. 100 Meter Tragestrecke mehr.
  • Erste-Nacht-Karton im Transporter. Sie suchen um 23 Uhr nach dem Bettzeug.
  • Werkzeug ganz unten. Der Schrank muss zusammengebaut werden, der Schraubendreher ist in Karton 47.

Wer den Umzug gleich für einen Neuanfang mit weniger Dingen nutzen will, findet Anregungen unter Tipps für eine minimalistische Wohnung.

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