Klinker streichen - aus Alt mach Neu!

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Klinker gilt als nahezu wartungsfrei – bis er dunkel, fleckig oder schlicht aus der Mode ist. Ein Anstrich verändert eine Fassade radikal und ist vergleichsweise günstig. Er ist aber auch eine Entscheidung auf Dauer: Farbe auf Klinker bekommt man praktisch nicht mehr herunter, und ab dann muss die Fassade regelmäßig gestrichen werden.
Warum Klinker schwierig zu streichen ist
Klinker wird bei über 1000 °C gebrannt, bis der Ton an der Oberfläche teilweise versintert. Dadurch ist der Stein sehr dicht und nimmt kaum Wasser auf. Genau das macht ihn so langlebig – und genau das macht das Streichen schwierig, weil Farbe sich nicht in den Untergrund verkrallen kann. Manche Klinker sind glasiert oder stark glatt gebrannt, auf ihnen hält ohne Spezialgrund fast nichts.
Ein einfacher Test verrät, womit Sie es zu tun haben: Spritzen Sie etwas Wasser auf den Stein. Zieht es innerhalb einer Minute sichtbar ein, ist der Stein saugfähig und gut streichbar. Perlt es ab oder bleibt stehen, brauchen Sie eine Haftgrundierung, die ausdrücklich für nicht saugende Untergründe gedacht ist.
Gründe dafür und dagegen
Dafür
| Dagegen
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Prüfen Sie vorher, ob Sie überhaupt dürfen. In manchen Gemeinden legt eine Gestaltungssatzung Farben oder Materialien der Fassade fest, bei denkmalgeschützten Häusern ist eine Genehmigung Pflicht.
Streichen oder verputzen
Wer die Klinkeroptik ganz loswerden will, hat zwei Wege. Ein Anstrich lässt die Struktur der Steine und Fugen sichtbar, die Fassade sieht danach aus wie gestrichener Klinker. Ein Putz auf Klinker ergibt eine glatte Fläche, braucht aber einen Haftgrund oder Putzträger und ist deutlich aufwendiger. Dazwischen liegt die Schlämme: Eine dünne, mineralische Schicht, die Steine und Fugen überzieht und eine rustikale, weiß geschlämmte Optik erzeugt. Mehr zum Verputzen steht unter eine Außenwand verputzen.

Welche Farbe hält
Siliconharzfarbe ist für Klinkerfassaden die übliche Wahl. Sie ist wasserabweisend, aber durchlässig für Wasserdampf, haftet gut und bleibt lange farbstabil. Hochwertige Produkte halten bei richtiger Verarbeitung 10 bis 15 Jahre, oft länger.
Silikatfarbe verbindet sich chemisch mit mineralischen, saugfähigen Untergründen. Auf dichtem Klinker funktioniert das nur eingeschränkt. Dispersionssilikatfarben sind etwas toleranter.
Reine Dispersionsfarbe hat auf einer Fassade aus Klinker nichts verloren. Sie bildet einen dichten Film, hinter dem sich Feuchtigkeit staut, und blättert dann ab.
Bei zweischaligem Mauerwerk mit Luftschicht dahinter ist die Dampfdurchlässigkeit besonders wichtig. Innen dagegen, etwa an einer Kaminwand oder einer Wand aus Klinkerriemchen, reicht meist eine gute Innendispersion oder Kalkfarbe nach passender Grundierung.
Material und Werkzeug
- Fassadenfarbe, meist Siliconharzfarbe, und die zum System passende Grundierung
- Fugenmörtel oder Reparaturmörtel für schadhafte Stellen
- Fassadenpinsel für Fugen, Fassadenrolle mit langem Flor, Teleskopstange
- Abdeckfolie, Malerkrepp, Abklebeband für Fenster und Türen
- Hochdruckreiniger oder Wurzelbürste, gegebenenfalls Fassadenreiniger
- Ab etwa zwei Metern Arbeitshöhe ein Gerüst statt einer Leiter
Vorbereitung
- Fugen prüfen. Lose, ausgewaschene oder gerissene Fugen auskratzen und neu verfugen. Farbe schließt keine Risse.
- Reinigen. Schmutz, Moos, Algen und Ausblühungen entfernen. Mit dem Hochdruckreiniger nur mit Flachstrahl und Abstand, damit die Fugen nicht ausgespült werden.
- Salze beachten. Weiße Ausblühungen zeigen, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk wandert. Die Ursache muss vor dem Streichen behoben sein.
- Trocknen lassen. Nach der Nassreinigung mehrere Tage bei trockenem Wetter warten. Feuchte Steine sind der häufigste Grund, warum Fassadenfarbe blättert.
- Abkleben. Fenster, Türen, Bänke, Leuchten und Pflanzen schützen.
Streichen Schritt für Schritt
- Grundieren. Mit der Grundierung des Farbsystems, bei nicht saugenden Steinen mit Haftgrund.
- Fugen vorstreichen. Mit dem Pinsel die Fugen gründlich füllen, die Rolle erreicht sie nicht.
- Erste Schicht rollen. Zügig und nass in nass arbeiten, feldweise von oben nach unten, nie mitten in einer Fläche aufhören.
- Zweite Schicht. Nach der Trocknungszeit, gleiche Technik.
- Wetter beachten. Nicht bei unter etwa 5 °C, nicht in praller Sonne, nicht bei Regen in den nächsten Stunden.

Typische Fehler
- Ungeeignete Farbe. Dispersionsfarbe auf der Fassade ist nach wenigen Wintern Geschichte.
- Zu früh nach dem Reinigen. Die Restfeuchte im Stein drückt die Farbe ab.
- Fugen nicht vorgestrichen. Die Fassade wirkt fleckig, Wasser dringt an den ungeschützten Stellen ein.
- Sehr dunkle Farbtöne ohne Rücksicht auf Wärme. Anthrazit heizt sich in der Sonne stark auf. Viele Hersteller geben für dunkle Töne einen Hellbezugswert an, unter dem sie für Wärmedämmverbundsysteme nicht freigegeben sind – auf massivem Klinker ist das weniger kritisch, die Farbe altert aber schneller.
Häufige Fragen
Was kostet es, Klinker zu streichen?
Für Farbe und Grundierung rechnen Sie in Eigenleistung grob mit 5 bis 12 Euro je Quadratmeter. Ein Malerbetrieb samt Reinigung, Grundierung und zwei Anstrichen kostet für eine durchschnittliche Einfamilienhausfassade meist einen mittleren vierstelligen Betrag, das Gerüst kommt oft hinzu.
Kann man die Farbe wieder entfernen?
Nur mit sehr großem Aufwand, etwa durch Abbeizen oder Strahlen, und selten ohne Schäden an Steinen und Fugen. Rechnen Sie nicht damit.
Gibt es Alternativen?
Eine gründliche Reinigung mit anschließender Hydrophobierung frischt die alte Optik auf, ohne sie zu verändern. Eine vorgehängte Fassade mit Fassadenpaneelen ändert das Aussehen komplett und lässt sich mit Dämmung kombinieren.



