Mutternsprenger
Inhalt10 Abschnitte
Ein Mutternsprenger spaltet eine Mutter, die sich nicht mehr lösen lässt – festgerostet, rundgedreht oder verschweißt. Ein gehärteter Meißel wird dabei mit einer Schraubspindel oder hydraulisch in die Mutter gedrückt, bis sie aufreißt. Das geht schneller als Flexen und schont, richtig gemacht, das Gewinde der Schraube.
Wann er das richtige Werkzeug ist
Bevor Sie sprengen, lohnen die sanfteren Mittel: Rostlöser einwirken lassen, mit einem Ringschlüssel statt Maulschlüssel ansetzen, kurz und kräftig anschlagen, Wärme mit dem Brenner. Der Mutternsprenger ist das Werkzeug, wenn das alles gescheitert ist oder der Sechskant schon rund ist und kein Schlüssel mehr greift.
Auch wenn eine Schraube keinesfalls durch Schläge belastet werden darf – etwa an empfindlichen Gussteilen –, ist der Sprenger die schonendere Wahl gegenüber Hammer und Meißel. Typische Fälle sind Auspuffschellen und Anhängerkupplungen am Auto, Schrauben an Gartenmöbeln und Zäunen, Fundamentanker, Muttern an Maschinen und Landtechnik.
Wie er aufgebaut ist
Der mechanische Mutternsprenger besteht aus einem Stahlring oder Bügel, der über die Mutter geschoben wird, und einer Druckspindel mit Meißelspitze. Die Spindel wird mit einem Schlüssel oder einer Ratsche eingedreht. Der gehärtete Meißel dringt dabei seitlich in eine Fläche der Mutter ein, keilt sie auseinander und sprengt sie.
Mechanisch oder hydraulisch
Mechanisch
| Hydraulisch
|
Für Auto, Haus und Garten reicht ein mechanischer Satz. Hydraulische Geräte lohnen sich für Betriebe, die regelmäßig große Verbindungen lösen.
Die richtige Größe
Jeder Mutternsprenger deckt einen Bereich von Schlüsselweiten ab, etwa 12 bis 16 mm oder 16 bis 22 mm. Ein Satz aus zwei Größen genügt für die meisten Fahrzeug- und Haushaltsschrauben. Prüfen Sie vor dem Kauf auch den Platzbedarf: Der Ring muss über die Mutter passen, und neben der Spindel muss Platz für den Schlüssel sein. Bei eng sitzenden Muttern, etwa an Radaufhängungen, ist das oft der Engpass.
So wird gesprengt
- Sauber machen. Schmutz und Rost um die Mutter abbürsten, damit der Ring plan aufliegt.
- Aufsetzen. Den Sprenger so ansetzen, dass der Meißel mittig auf eine Fläche trifft, nicht auf eine Ecke.
- Spindel eindrehen. Mit Schlüssel oder Ratsche gleichmäßig anziehen, bis der Meißel in die Mutter eindringt.
- Weiterdrehen, bis die Mutter aufreißt. Das ist meist hörbar.
- Gegenüber wiederholen. Oft reißt die Mutter nur auf einer Seite. Ein zweiter Schnitt auf der gegenüberliegenden Fläche teilt sie ganz.
- Mutter abnehmen, Gewinde mit einer Drahtbürste reinigen und prüfen.
Das Gewinde schonen
Die Spindel nicht weiterdrehen, sobald die Mutter gerissen ist. Der Meißel ist auf eine bestimmte Eindringtiefe ausgelegt; wer mit Gewalt weiterdreht, drückt ihn bis in den Bolzen und beschädigt dessen Gewinde. Setzen Sie den Sprenger außerdem auf eine Fläche und nicht auf eine Ecke – an der Ecke ist das Material dicker, der Meißel braucht mehr Kraft und rutscht leichter ab.
Eine neue Mutter gehört danach immer auf den Bolzen, auch wenn die alte scheinbar nur angeritzt ist.
Grenzen des Werkzeugs
Hochfeste Muttern, etwa der Festigkeitsklasse 10 und höher, sind schwer zu sprengen und können den Meißel beschädigen. Auch Hutmuttern, Flanschmuttern mit breitem Bund und selbstsichernde Muttern mit Kunststoffring passen nicht in jeden Sprenger. Bei Edelstahlmuttern hilft das Werkzeug, der Kraftaufwand ist aber höher als bei Baustahl.
Alternativen
- Winkelschleifer. Zwei Schnitte seitlich an der Mutter, dann mit dem Meißel aufbiegen. Schnell, aber mit Funkenflug und hohem Risiko für das Gewinde.
- Schlagschrauber. Löst viele festgerostete Muttern durch Schläge, bevor sie gesprengt werden müssen. Siehe Druckluft-Schlagschrauber.
- Wärme. Die Mutter mit dem Brenner erhitzen, bis sie sich ausdehnt. Nicht in der Nähe von Kraftstoffleitungen, Gummi oder Kunststoff.
- Schraubenausdreher für abgerissene Schrauben ohne Mutter.
Pflege
Die Meißelspitze ist das Verschleißteil. Prüfen Sie sie nach jedem Einsatz auf Ausbrüche. Viele Hersteller bieten Ersatzmeißel an; ein stumpfer Meißel verlangt mehr Kraft und rutscht leichter ab. Die Spindel regelmäßig ölen, damit sie leicht läuft und nicht selbst festrostet.
Häufige Fragen
Was kostet ein Mutternsprenger?
Einfache Einzelgeräte gibt es ab etwa 10 Euro, Sätze in guter Qualität kosten 20 bis 70 Euro. Hydraulische Geräte liegen deutlich darüber.
Beschädigt der Sprenger immer das Gewinde?
Nein. Wer die Spindel stoppt, sobald die Mutter reißt, lässt das Gewinde in der Regel unversehrt.
Kann ich damit auch Schraubenköpfe sprengen?
Nein. Ein Schraubenkopf ist massiv und sitzt auf dem Schaft. Der Mutternsprenger ist nur für Muttern gedacht.

