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Heimwerker-Berater

Popnietenzange

Werkzeugvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Popnietenzange
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie ein Blindniet funktioniert
  2. Die Bauformen der Zange
  3. Welche Nieten es gibt
  4. Durchmesser, Bohrloch und Länge
  5. So setzen Sie einen Niet
  6. Wenn es nicht klappt
  7. Einen Niet wieder lösen
  8. Worauf es beim Kauf ankommt
  9. Häufige Fragen

Eine Popnietenzange setzt Blindnieten – die kleinen Hohlnieten mit Dorn, die man von einer Seite aus verarbeiten kann. Der Name stammt von einer Marke, die den Blindniet bekannt gemacht hat; im Alltag sind Popniete, Blindniet und Nietzange heute Synonyme. Mit einer Handzange für 20 bis 40 Euro verbinden Sie Bleche, Profile und Kunststoffteile dauerhaft, ohne zu schweißen und ohne an die Rückseite zu müssen.

Wie ein Blindniet funktioniert

Der Niet besteht aus einer Hülse mit Kopf und einem Dorn, der durch die Hülse läuft. Sie stecken den Niet ins Bohrloch, setzen die Zange auf den Dorn und drücken die Griffe zusammen. Die Zange zieht den Dorn heraus, sein verdicktes Ende staucht die Hülse auf der Rückseite zu einem Schließkopf. Ist genug Kraft erreicht, reißt der Dorn an einer Sollbruchstelle ab. Der Rest bleibt im Niet.

Die Bauformen der Zange

  • Handnietzange: zwei kurze Griffe, der Standard. Für Alu-Nieten bis 4,8 mm und Stahlnieten bis 4,0 mm.
  • Gelenkkopfzange: Der Kopf lässt sich drehen oder abwinkeln, so kommt man an Nieten in engen Ecken oder hinter Kanten.
  • Hebelnietzange: lange Scherenarme mit großer Übersetzung. Schafft Stahl- und Edelstahlnieten bis 6,4 mm, braucht aber Platz.
  • Einhand- oder Kraftnietzange mit Doppelhebel: mehr Kraft bei handlicher Größe.
  • Akku- und Druckluftgeräte: für die Serie in der Werkstatt.

Wer nur gelegentlich nietet, aber doch einmal mehr, kann den Akkuschrauber mit einem Nietaufsatz aufrüsten. Einen genaueren Blick auf Funktionsweise und Mundstücke wirft der Beitrag zur Blindnietzange.

Popnietenzange mit mehreren Mündstücken
Popnietenzange mit mehreren Mündstücken. | Foto: juhajarvinen / Depositphotos.com

Welche Nieten es gibt

NiettypEigenschaftEinsatz
Alu/StahlHülse Alu, Dorn Stahl, leicht zu setzenStandard für Blech und Profile
Alu/Alukorrosionsfrei in Alu-BauteilenAlu-Bleche, Wohnwagen, Boote
Stahl/Stahlhöhere FestigkeitStahlblech, stärker belastete Teile
Edelstahlrostfrei, braucht die meiste Kraftaußen, Edelstahlbleche
Großkopfbreiter Kopf, verteilt die LastKunststoff, Holz, weiche Materialien
Geschlossen (Dichtniet)hinten dichtDachrinne, Behälter, wasserführende Teile
Mehrbereichgroßer Klemmbereichwenn die Materialdicke schwankt

Material der Niete und der Bauteile sollten zusammenpassen. Ein Stahlniet in Aluminium oder ein Alu-Niet in verzinktem Stahl korrodiert im Freien, weil unterschiedliche Metalle ein galvanisches Element bilden.

Durchmesser, Bohrloch und Länge

Die gängigen Durchmesser sind 2,4, 3,2, 4,0, 4,8 und 6,4 mm. Das Bohrloch ist 0,1 mm größer: für einen 4,0er also 4,1 mm. Für die Länge zählt der Klemmbereich, der auf der Packung steht: Er muss die Gesamtdicke der Bauteile einschließen. Beispiel: Zwei Bleche von je 1,5 mm ergeben 3 mm; ein Niet mit Klemmbereich 2,5–4,5 mm passt.

Dazu gehört das passende Mundstück. Jede Zange hat mehrere, meist für 2,4 bis 4,8 mm, und das Mundstück muss zum Dorndurchmesser passen.

So setzen Sie einen Niet

  1. Bauteile ausrichten und fixieren, am besten mit Zwingen oder Klammern.
  2. Loch bohren und entgraten – beidseitig, damit der Niet plan anliegt.
  3. Mundstück wählen und festschrauben.
  4. Niet in die Zange stecken und dann ins Loch, nicht umgekehrt.
  5. Zange senkrecht halten und den Kopf fest auf das Material drücken.
  6. Griffe zusammendrücken, bei Bedarf mehrfach nachgreifen, bis der Dorn abreißt.
  7. Dorn aus der Zange schütteln, sonst klemmt die nächste Niete.

Bei langen Nietreihen setzen Sie zuerst die Enden und die Mitte, dann den Rest. So verzieht sich das Blech nicht.

Wenn es nicht klappt

  • Dorn reißt nicht ab: Die Zange schafft die Nietgröße nicht, oder der Hub ist zu kurz. Mehrfach nachgreifen oder eine Zange mit mehr Übersetzung nehmen.
  • Niet sitzt lose: Klemmbereich zu groß oder Loch zu weit.
  • Kopf steht schräg: Zange nicht senkrecht angesetzt.
  • Dorn rutscht in der Zange: Mundstück zu groß oder Spannbacken verschmutzt.

Einen Niet wieder lösen

Blindnieten sind nicht zum Lösen gemacht. Wer einen entfernen muss, bohrt den Kopf mit einem Bohrer in Nietgröße ab, bis er sich löst, und schlägt den Rest mit einem Durchschlag nach hinten heraus. Vorher den Dornrest mit einem dünnen Durchschlag herausschlagen, sonst wandert der Bohrer.

Worauf es beim Kauf ankommt

  • Lange Griffe für mehr Hebelkraft.
  • Mundstücke mit Aufbewahrung am Griff, damit sie nicht verloren gehen.
  • Rückholfeder, die die Griffe selbsttätig öffnet.
  • Stabiler Zangenkopf aus Stahl, nicht aus Druckguss.

Gute Handzangen gibt es ab etwa 20 bis 30 Euro; Hebelzangen kosten 30 bis 80 Euro, Markengeräte mit Wechselköpfen mehr.

Häufige Fragen

Kann man Blindnieten ohne Zange setzen?

Im Notfall mit einer Mutter und einer Schraube auf dem Dorn, aber das ist mühsam und unsauber. Eine Zange ist so günstig, dass sich der Umweg nicht lohnt.

Halten Blindnieten so gut wie Schrauben?

Für Scherkräfte ja, oft sogar besser, weil sie sich nicht lockern. Für hohe Zugkräfte sind Schrauben oder Vollnieten überlegen.

Brauche ich für Gewinde eine andere Zange?

Ja. Um ein Gewinde ins Blech zu setzen, brauchen Sie eine Nietmutternzange.

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