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Heimwerker-Berater

Ultraschallreiniger

Reinigungvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Ultraschallreiniger
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür er sich eignet
  2. Wofür nicht
  3. Die Reinigungsflüssigkeit
  4. Die richtige Anwendung
  5. Auf was es beim Kauf ankommt
  6. Sicherheit
  7. Preise
  8. Häufige Fehler
  9. Videos zum Thema

Ein Ultraschallreiniger ist eine Wanne mit Schwingern am Boden, die das Wasser in hochfrequente Schwingungen versetzen – meist bei 20 bis 45 Kilohertz. In der Flüssigkeit entstehen dabei winzige Blasen, die sofort wieder in sich zusammenfallen.

Dieser Vorgang heißt Kavitation, und er ist es, der reinigt: Die zusammenfallenden Blasen erzeugen lokal erhebliche Kräfte und lösen Schmutz auch aus Bohrungen, Gewinden und Spalten, an die kein Werkzeug kommt.

Wofür er sich eignet

In der Werkstatt: Vergaser und Düsen, Zahnräder, Kettenglieder, Lager, Schrauben und Kleinteile, Düsen von Lackierpistolen, Werkzeugeinsätze, Bohrer, Fräser.

Im Haushalt: Schmuck, Uhrenarmbänder, Brillen, Zahnersatz, Rasierköpfe, Kämme, Aufsätze von Küchengeräten, Spielzeugteile.

In der Technik: Leiterplatten, Steckverbinder, Kontakte, optische Bauteile.

Der gemeinsame Nenner: kleine Teile mit komplizierter Geometrie, bei denen Bürsten nicht hinkommt.

Wofür nicht

Weiche Edelsteine und poröse Materialien. Perlen, Opale, Türkise, Bernstein und Korallen nehmen Schaden – die Kavitation löst Fassungen und dringt in Risse ein.

Geklebte Gegenstände. Brillengestelle mit geklebten Fassungen, gefasster Schmuck mit Klebung, Zifferblätter.

Beschichtete und vergoldete Oberflächen mit dünner Auflage.

Elektronik unter Spannung oder mit Bauteilen, die kein Wasser vertragen – Batterien, Displays, Mikrofone.

Sehr große Verschmutzungen. Grober Schmutz gehört vorher abgebürstet, sonst setzt sich die Wanne zu.

Bei wertvollen Stücken – Uhren, Schmuck mit Steinen – fragen Sie im Zweifel den Fachmann, bevor Sie etwas hineinlegen.

Die Reinigungsflüssigkeit

Sie entscheidet über das Ergebnis genauso wie das Gerät.

Wasser mit einem Spritzer Spülmittel genügt für leichte Verschmutzung. Das Spülmittel senkt die Oberflächenspannung und verbessert die Kavitation.

Spezielle Ultraschallkonzentrate gibt es für verschiedene Zwecke: alkalisch für Fett und Öl, schwach sauer für Oxide und Kalk, neutral für empfindliche Teile.

Kein Alkohol, kein Benzin, kein Aceton direkt in der Wanne. Sie sind entzündlich, und die Schwingungen erwärmen die Flüssigkeit. Wer Lösemittel braucht, stellt ein Becherglas mit dem Lösemittel in die wasserbefüllte Wanne – der Ultraschall überträgt sich durch das Glas.

Entmineralisiertes Wasser bei empfindlichen Teilen, damit keine Kalkränder bleiben.

Die richtige Anwendung

  1. Wanne bis zur Markierung füllen – nie leer betreiben, das zerstört die Schwinger
  2. Reiniger zugeben und kurz laufen lassen, damit die Flüssigkeit entgast. Frisches Wasser enthält gelöste Luft, die die Kavitation behindert
  3. Teile in den Korb legen, nicht direkt auf den Wannenboden. Direkter Kontakt kann die Schwingerfläche beschädigen
  4. Nicht überladen. Teile sollen einzeln liegen und sich nicht berühren; der Schall muss an alle Flächen kommen
  5. Laufzeit: meist 3 bis 10 Minuten. Bei hartnäckigem Schmutz lieber mehrere kurze Durchgänge als einen langen
  6. Heizung nutzen, falls vorhanden: 40 bis 60 Grad verbessern die Wirkung erheblich
  7. Nachspülen mit klarem Wasser und sofort trocknen, damit nichts anläuft

Metallteile, die zu Korrosion neigen, gehören nach dem Trocknen geölt.

Auf was es beim Kauf ankommt

Wannenvolumen. 0,6 bis 2 Liter reichen für Schmuck und Kleinteile, für Vergaser und Werkzeug sollten es 3 bis 6 Liter sein. Messen Sie das größte Teil, das Sie reinigen wollen.

Edelstahlwanne, keine beschichtete Kunststoffwanne.

Heizung. Der wichtigste Aufpreis. Sie verbessert die Reinigungswirkung deutlich.

Timer mit einstellbarer Laufzeit.

Ablasshahn bei größeren Wannen – das Ausgießen von 6 Litern schmutziger Flüssigkeit ist sonst eine Sauerei.

Entgasungsfunktion bei besseren Geräten.

Frequenz: Niedrigere Frequenzen um 28 kHz reinigen kräftiger, höhere um 40 kHz feiner und schonender. Für gemischte Anwendungen sind 40 kHz der übliche Kompromiss.

Sicherheit

Die Wanne wird warm, auch ohne Heizung – der Ultraschall führt Energie ein.

Nicht mit den Fingern in die laufende Wanne fassen. Unangenehm ist es sofort, und bei längerem Kontakt kann die Kavitation die Haut reizen.

Gehörschutz ist bei Dauerbetrieb sinnvoll: Geräte erzeugen neben dem Ultraschall auch hörbare Anteile, und das schrille Geräusch ist auf Dauer belastend.

Reinigungsflüssigkeit nach Gebrauch entsorgen – bei Öl- und Fettresten gehört sie zur Schadstoffannahme, nicht in den Abfluss.

Preise

Kleine Geräte mit 0,6 bis 1 Liter kosten 30 bis 80 Euro. Solide Wannen mit 3 bis 6 Litern, Heizung und Timer liegen bei 100 bis 300 Euro. Industriegeräte darüber.

Für gelegentliche Schmuck- und Brillenreinigung reicht das kleine Gerät. Wer Vergaser und Werkzeug reinigen will, sollte gleich zur größeren Wanne mit Heizung greifen – am Volumen zu sparen ärgert beim ersten Teil, das nicht hineinpasst.

Häufige Fehler

Ohne Flüssigkeit eingeschaltet. Zerstört die Schwinger – der häufigste Totalschaden.

Teile direkt auf den Wannenboden gelegt. Der Korb ist nicht optional; direkter Kontakt beschädigt die Schwingerfläche.

Wanne überladen. Teile, die sich berühren, werden an den Kontaktstellen nicht sauber.

Lösemittel direkt eingefüllt. Entzündlich und materialschädigend. Becherglas ins Wasserbad stellen.

Nach dem Reinigen nicht getrocknet. Metallteile rosten innerhalb von Stunden an.

Zu lange laufen lassen. Bei empfindlichen Teilen und weichen Beschichtungen kann die Kavitation Material abtragen.

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