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Heimwerker-Berater

Universalbohrer

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Universalbohrer
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was einen Universalbohrer ausmacht
  2. Welche Materialien er schafft
  3. Wo er seine Stärken ausspielt
  4. Wo Spezialbohrer besser sind
  5. Die üblichen Größen
  6. Rundschaft oder Sechskant
  7. Richtig bohren
  8. Typische Fehler
  9. Was er kostet
  10. Häufige Fragen

Ein Universalbohrer, oft auch Mehrzweck- oder Multi-Construction-Bohrer genannt, soll mit einem einzigen Bohrer Holz, Metall, Kunststoff, Fliesen und Mauerwerk schaffen. Das gelingt tatsächlich – allerdings in jedem Material etwas schlechter als mit dem passenden Spezialbohrer. Sein Revier sind Mischuntergründe und Altbauwände, bei denen Sie nicht wissen, was hinter der Tapete kommt.

Was einen Universalbohrer ausmacht

Äußerlich sieht er aus wie ein Steinbohrer: gewendelter Stahlkörper, vorn eine eingelötete Hartmetallplatte. Der Unterschied liegt in der Schneide. Beim klassischen Steinbohrer ist die Platte stumpf und dachförmig, sie zertrümmert das Gestein im Schlagbetrieb. Beim Universalbohrer ist die Hartmetallschneide scharf geschliffen, ähnlich wie bei einem Metallbohrer. Dadurch schneidet sie auch Holz und Stahl, statt nur zu kratzen.

Universalbohrer
Universalbohrer | Foto: nbiebach / Depositphotos.com

Welche Materialien er schafft

MaterialEignungBetriebsart
Weichholz, Hartholz, SpanplattegutDrehen, hohe Drehzahl
KunststoffgutDrehen, mittlere Drehzahl
Stahlblech, BaustahlbrauchbarDrehen, niedrige Drehzahl
Wandfliese, SteingutgutDrehen ohne Schlag
Ziegel, KalksandsteingutDrehen, bei Bedarf Schlag
Betonbrauchbarmit Schlag
Glas, FeinsteinzeugungeeignetSpezialbohrer nehmen

Für Glas gehört ein Glasbohrer in die Maschine, für hartes Feinsteinzeug ein Diamantbohrer. Dort bleibt auch die beste Hartmetallschneide nach wenigen Millimetern stecken.

Wo er seine Stärken ausspielt

Der typische Einsatz ist die Wand, in der mehrere Materialien aufeinanderfolgen: Fliese, darunter Putz, dahinter Ziegel oder Beton, vielleicht eine Holzlattung. Mit Spezialbohrern müssten Sie für jede Schicht wechseln – und beim Fliesenbohren darf ohnehin kein Schlag laufen. Der Universalbohrer geht in einem Zug durch.

Praktisch ist er auch in der Heimwerkerkiste, wenn Sie nur gelegentlich bohren. Ein Satz von 4 bis 10 mm deckt dann fast alles ab, was beim Aufhängen von Regalen, Lampen und Schränken anfällt.

Wo Spezialbohrer besser sind

  • Holz: Ein Holzbohrer mit Zentrierspitze bohrt sauberer, verläuft nicht und reißt am Austritt weniger aus.
  • Metall: Ein HSS-Metallbohrer ist in dickem Stahl schneller und billiger nachzuschleifen.
  • Beton: Für viele oder tiefe Löcher ist ein Betonbohrer mit SDS-Schaft im Bohrhammer deutlich schneller und schont die Schneide.

Faustregel: Wissen Sie, was kommt, nehmen Sie den Spezialbohrer. Wissen Sie es nicht, den Universalbohrer. Einen Überblick über alle Bauformen gibt der Beitrag zu den Bohrerarten.

Die üblichen Größen

Angeboten werden Durchmesser von etwa 3 bis 12 mm, einzelne Hersteller gehen darüber hinaus. Am häufigsten gebraucht werden 6 und 8 mm, weil das die Maße der gängigen Dübel sind. 5 mm braucht man für kleine Dübel und Vorbohrungen, 10 mm für schwere Befestigungen. Die Länge wächst mit dem Durchmesser; für dicke Wände gibt es Langversionen.

Rundschaft oder Sechskant

Der Rundschaft passt in jedes Zahnkranz- oder Schnellspannbohrfutter und überträgt bei festem Spannen ausreichend Kraft. Der Sechskantschaft (1/4 Zoll) passt direkt in die Bit-Aufnahme eines Akkuschraubers, rutscht nicht durch und wechselt in Sekunden. Für einen Akkuschrauber ohne Bohrfutter ist Sechskant die einzige Wahl, für die Schlagbohrmaschine der Rundschaft. SDS-Schäfte gibt es bei Universalbohrern selten – im Bohrhammer ist ein echter Betonbohrer ohnehin besser.

Richtig bohren

  1. Betriebsart wählen. In Fliesen, Holz und Metall nie mit Schlag. In Mauerwerk erst ohne Schlag ankörnen, dann zuschalten.
  2. Drehzahl anpassen. Große Durchmesser und harte Stoffe langsam, Holz schnell. Eine Faustregel: Wird der Bohrer blau oder raucht es, ist die Drehzahl zu hoch.
  3. Fliesen abkleben. Ein Streifen Kreppband verhindert, dass die Spitze auf der Glasur wegrutscht.
  4. Nicht drücken, schneiden lassen. Übermäßiger Druck erhitzt die Schneide und kann die Lötstelle der Hartmetallplatte lösen.
  5. Zwischendurch zurückziehen. So kommt das Bohrmehl heraus und die Spitze kühlt ab.

Typische Fehler

  • Mit Schlag in die Fliese. Das Ergebnis ist ein Sprung quer durch die Platte.
  • Stumpfen Bohrer weiterquälen. Ein stumpfer Universalbohrer lässt sich nachschärfen, braucht dafür aber eine Diamantscheibe; eine normale Korundscheibe greift Hartmetall kaum an. Siehe Bohrer richtig schleifen.
  • Vor dem Bohren nicht nach Leitungen suchen. Wer in Altbauwände bohrt, prüft vorher mit einem Leitungssucher.

Was er kostet

Einzelne Markenbohrer kosten je nach Durchmesser etwa 4 bis 12 Euro, Sätze mit fünf bis sieben Bohrern 20 bis 50 Euro. Sehr billige Sets mit zehn und mehr Teilen enthalten oft weichen Stahl und schlecht gelötete Platten. Lieber drei gute Bohrer in 5, 6 und 8 mm als ein Koffer voller Wegwerfware.

Häufige Fragen

Kann ich ihn in jede Bohrmaschine einsetzen?

Mit Rundschaft in jede Maschine mit Bohrfutter, mit Sechskantschaft in jeden Akkuschrauber. Nur in einen Bohrhammer mit reiner SDS-Aufnahme passt er ohne Adapter nicht.

Bohrt ein Universalbohrer wirklich alles?

Nein. Glas, Feinsteinzeug und gehärteter Stahl sind zu hart. Für alles andere taugt er, nur eben nicht ganz so schnell wie der Spezialist.

Lohnt sich ein Set?

Für die meisten Heimwerker ja. Ein kleines Set mit 4, 5, 6, 8 und 10 mm deckt den Alltag ab.

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