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Heimwerker-Berater

Wespenschaum

Haushaltvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Wespenschaum
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie der Schaum wirkt
  2. Wann Schaum die richtige Wahl ist
  3. Was das Gesetz sagt
  4. Welche Wespen überhaupt stören
  5. Die richtige Tageszeit
  6. Schutzkleidung und Abstand
  7. Schritt für Schritt
  8. Typische Fehler
  9. Wann Sie Fachleute holen
  10. Häufige Fragen

Wespenschaum ist ein Insektizid aus der Sprühdose, das beim Austreten aufquillt und ein Nest samt Flugloch zudeckt. Er ist für Nester gedacht, die sich nicht anders lösen lassen – nicht für die einzelne Wespe am Kuchen. Wer ihn einsetzt, braucht einen vernünftigen Grund, den richtigen Zeitpunkt und etwas Abstand.

Wie der Schaum wirkt

In der Dose steckt ein Insektizid, meist aus der Gruppe der Pyrethroide, gemischt mit einem Treibmittel, das beim Austreten Schaum bildet. Der Schaum dehnt sich innerhalb weniger Sekunden aus, legt sich über die Nesthülle und verschließt das Einflugloch. Zurückkehrende Wespen müssen hindurch und nehmen den Wirkstoff auf, die Tiere im Nest kommen nicht mehr heraus.

Der Vorteil gegenüber einem Spray: Der Wirkstoff bleibt dort, wo er hin soll, und läuft nicht an der Wand herunter. Der Nachteil: Der Schaum fällt auf und verklebt Fugen, Rollladenkästen und Dämmung. Innen in Hohlräumen sollten Sie ihn deshalb nur einsetzen, wenn Sie den Hohlraum hinterher auch öffnen und reinigen können.

Wann Schaum die richtige Wahl ist

Schaum eignet sich für Erdnester, Nester in Mauerfugen, hinter Verkleidungen oder in Hohlräumen mit kleinem Einflugloch. Dort erreicht ein Sprühstrahl das Innere ohnehin nicht, der Schaum dagegen dichtet den einzigen Weg ab. Für frei hängende Nester unter dem Dachvorsprung oder im Gartenhaus ist ein Wespenspray mit langer Reichweite praktischer, weil Sie nicht so nah heranmüssen.

Das Nest muss zudem wirklich stören: am Hauseingang, am Kinderspielplatz, in der Nähe eines Allergikers. Ein Erdnest am Ende des Gartens, an dem niemand vorbeigeht, ist kein Grund.

Was das Gesetz sagt

Wespen sind wild lebende Tiere und nach dem Bundesnaturschutzgesetz allgemein geschützt: Sie dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet und ihre Nester nicht mutwillig zerstört werden. Eine konkrete Gefahr – etwa ein Nest neben der Haustür in einem Haushalt mit Allergiker – gilt in der Regel als solcher Grund. Die bloße Anwesenheit im Garten nicht.

Hornissen sind besonders geschützt. Ihre Nester dürfen Sie weder selbst bekämpfen noch entfernen, dafür braucht es eine Ausnahmegenehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Hornissen erkennen Sie an der Größe (bis etwa 3,5 cm) und der rotbraunen Färbung an Kopf und Brust. Die Bußgelder für Verstöße legen die Länder fest und reichen bis in den fünfstelligen Bereich.

Welche Wespen überhaupt stören

In Deutschland leben rund ein Dutzend Arten sozialer Faltenwespen, doch nur zwei davon interessieren sich für Ihr Essen: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Beide bauen gern in Hohlräumen und im Boden. Die übrigen Arten, etwa die Mittlere Wespe oder Feldwespen, meiden Kuchen und Limonade weitgehend und sind friedlich.

Ein Wespenvolk ist einjährig. Im Spätherbst stirbt es bis auf die jungen Königinnen ab, die an anderer Stelle überwintern. Ein altes Nest wird nicht wieder bezogen. Wer im August ein Nest entdeckt, das nicht akut stört, kann also oft einfach bis zum ersten Frost warten.

Wespen können mit Wespenschaum vertrieben werden
Wespen können mit Wespenschaum vertrieben werden. | Foto: schankz / Depositphotos.com

Die richtige Tageszeit

Behandeln Sie ein Nest in der Abenddämmerung oder am frühen Morgen. Dann sind fast alle Arbeiterinnen im Nest, der Flugverkehr ist gering, und die Tiere sind bei kühleren Temperaturen träger. Mittags ist ein großer Teil des Volkes unterwegs, kehrt zurück und verteidigt das Nest.

Verzichten Sie auf helles Licht direkt auf das Flugloch. Eine Stirnlampe mit Rotlicht oder eine Lampe, die Sie seitlich abstellen, stört weniger.

Schutzkleidung und Abstand

  • Lange, feste Kleidung mit geschlossenen Bündchen an Armen und Beinen, Handschuhe, feste Schuhe.
  • Kopf und Gesicht schützen, am besten mit einem Imkerschleier. Eine Schutzbrille zusätzlich, falls Schaum zurückspritzt.
  • Fluchtweg frei halten. Stellen Sie keine Leiter unter ein Nest, von der Sie im Ernstfall nicht schnell herunterkommen.
  • Allergiker behandeln nie selbst. Wer schon einmal mit Kreislaufproblemen auf einen Stich reagiert hat, lässt die Arbeit von anderen oder von Fachleuten erledigen.

Schritt für Schritt

  1. Nest und Einflugloch am Tag suchen. Beobachten Sie aus mehreren Metern, wo die Tiere ein- und ausfliegen. Bei Erdnestern gibt es manchmal zwei Öffnungen.
  2. Dose vorbereiten. Gebrauchsanweisung lesen, kräftig schütteln, Sprührohr aufsetzen, Schutzkleidung anziehen.
  3. Abends ansetzen. Aus der angegebenen Entfernung, meist 2 bis 3 Meter, das Flugloch gezielt einschäumen, bis es vollständig bedeckt ist.
  4. Sofort zurückziehen. Nicht stehen bleiben und zusehen, die Tiere reagieren in den ersten Minuten aggressiv.
  5. Ein bis zwei Tage warten. Ist danach noch Flugbetrieb zu sehen, einmal nachbehandeln.
  6. Reste entfernen. Erst wenn am Nest keine Bewegung mehr ist, mit Handschuhen abtragen und im Restmüll entsorgen. Mehr dazu unter Wespennest entfernen.

Typische Fehler

  • Tagsüber sprühen, wenn die halbe Kolonie ausgeflogen ist und danach verärgert zurückkommt.
  • Zu wenig Schaum. Ein halb zugeschäumtes Loch reicht den Wespen zum Ausgraben.
  • Einsatz in Innenräumen ohne Lüften. Das Insektizid gehört nicht in die Atemluft, auch Haustiere und Aquarien sind empfindlich.
  • Nest mit Wasser ertränken oder anzünden. Beides ist gefährlich und in aller Regel verboten.
  • Hornissen mit Wespen verwechseln und damit gegen den besonderen Artenschutz verstoßen.

Wann Sie Fachleute holen

Nester in schwer erreichbarer Höhe, in Rollladenkästen, Zwischendecken oder Dachisolierung sind ein Fall für Schädlingsbekämpfer. Eine Nestbeseitigung kostet meist 100 bis 250 Euro, je nach Aufwand und Region. Viele Städte, Imkervereine und Naturschutzverbände vermitteln außerdem Fachleute, die Nester nicht töten, sondern umsiedeln. Bei Hornissen ist das ohnehin der einzige Weg.

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Wespenschaum?

Der Schaum quillt in wenigen Sekunden auf, die Wirkung auf die Tiere setzt nach Minuten ein. Bis das ganze Volk tot ist, kann es einen Tag dauern, weil Wespen im Nest erst nach und nach mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.

Kann ich Wespen auch ohne Gift loswerden?

Ein Nest selbst nicht. Um Wespen vom Tisch fernzuhalten, helfen die Maßnahmen, die unter Hausmittel gegen Wespen stehen: Speisen abdecken, Getränke mit Deckel, Fallobst aufsammeln. Von Wespenfallen mit Zuckerwasser ist eher abzuraten, sie locken zusätzliche Tiere an.

Wie gefährlich ist der Schaum für Haustiere?

Pyrethroide sind für Katzen und Fische besonders giftig. Halten Sie Tiere vom behandelten Bereich fern, bis die Nestreste entfernt sind, und setzen Sie Schaum nie in der Nähe von Teich oder Aquarium ein.

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