Alles eine Frage des Lichtes – Tipps und Tricks für eine schöne Gartenbeleuchtung

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Gute Gartenbeleuchtung ist sparsam. Ein paar gezielt gesetzte Lichtpunkte an Wegen, Stufen und einem schönen Baum wirken stärker als ein flächig ausgeleuchteter Garten, der aussieht wie ein Parkplatz. Planen Sie zuerst, was beleuchtet werden muss, dann, was beleuchtet werden soll – und erst dann die Stromversorgung.
Licht mit Aufgabe und Licht für die Stimmung
Es gibt zwei Arten von Gartenlicht. Das funktionale Licht sorgt dafür, dass niemand stolpert: an Wegen, Stufen, Hauseingang und Mülltonnen. Es muss zuverlässig sein, gern mit Bewegungsmelder. Das Stimmungslicht setzt Akzente: ein angestrahlter Baum, eine Mauer, ein Teich, eine Lichterkette über der Terrasse. Es läuft nur, wenn jemand draußen sitzt oder hinausschaut. Getrennte Stromkreise oder Schalter für beide Gruppen sind die halbe Miete.
Die Leuchtenarten
| Leuchte | Wofür | Hinweis |
| Pollerleuchte | Wege, Einfahrt | Licht nach unten, 50 bis 80 cm hoch |
| Bodeneinbauleuchte | Stufen, Hauswand, Bäume von unten | befahrbar nur, wenn ausgewiesen |
| Erdspießstrahler | Sträucher, Bäume, Skulpturen | flexibel versetzbar |
| Wandleuchte | Eingang, Terrasse, Garage | blendfrei nach unten |
| Unterwasserleuchte | Teich, Bachlauf | nur Niedervolt, IP68 |
| Lichterkette, Windlicht | Terrasse, Pergola | temporär, Stimmung |
Richtig platzieren
Wegeleuchten setzen Sie in Abständen von 3 bis 5 Metern, abwechselnd links und rechts oder auf der Seite, die im Dunkeln die größere Stolpergefahr hat. Stufen brauchen Licht an jeder Kante oder zumindest oben und unten. Leuchten dürfen nie in die Augen strahlen. Wer auf eine Pollerleuchte zugeht, soll den Weg sehen, nicht die Lichtquelle.
Bäume wirken am besten von unten angestrahlt, mit einem Strahler, der einige Meter vor dem Stamm steht. Eine Mauer oder Hecke lässt sich mit flach streifendem Licht plastisch machen. Probieren Sie Standorte mit einer Taschenlampe aus, bevor Sie Kabel verlegen.

Lichtfarbe und Helligkeit
Für den Garten eignet sich warmweißes Licht mit höchstens 3000 Kelvin. Kaltweißes Licht wirkt im Grünen fahl und zieht Insekten deutlich stärker an. Für Wege reichen Leuchten mit 100 bis 300 Lumen, für Akzente an Bäumen 300 bis 800 Lumen. Heute kommen fast nur noch LED-Leuchten infrage. Sie brauchen einen Bruchteil des Stroms und halten viele Jahre. Hintergrund zu Lumen und Lichtfarben steht im Ratgeber Leuchtmittel.
Die Schutzart
Die Schutzart (IP-Code) gibt an, wie gut eine Leuchte gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht für Staub, die zweite für Wasser.
| IP44 | Spritzwasserschutz. Mindestens für alle Leuchten im Freien, etwa unter dem Dachüberstand. |
| IP65 | Strahlwasserschutz. Für frei stehende Leuchten im Beet und am Weg. |
| IP67 | Zeitweiliges Untertauchen. Für Bodeneinbauleuchten, in denen Regenwasser steht. |
| IP68 | Dauerhaftes Untertauchen. Pflicht für Teich- und Unterwasserleuchten. |
Die Stromversorgung
230 Volt ist die Lösung für viele Leuchten und große Entfernungen. Dafür wird Erdkabel vom Typ NYY-J, meist 3 × 1,5 mm², in etwa 60 bis 80 cm Tiefe verlegt, mit einem Warnband darüber. Die Leitung muss über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA laufen. Den Anschluss an das Hausnetz darf nur eine Elektrofachkraft vornehmen. Den Graben ausheben dürfen Sie selbst, das spart Kosten.
Niedervolt mit 12 oder 24 Volt ist die Heimwerkerlösung. Ein Transformator an einer Außensteckdose speist ein flexibles Kabel, an das die Leuchten gesteckt werden. Das Kabel darf flacher liegen, Leuchten lassen sich später versetzen, und ein beschädigtes Kabel ist nicht lebensgefährlich. Grenze ist die Leistung des Trafos und der Spannungsabfall bei langen Leitungen.
Solarleuchten
Solarleuchten brauchen kein Kabel und eignen sich für Stellen, an die sonst nie Strom käme. Ihre Schwäche ist der Winter: Bei kurzen, trüben Tagen reicht die Ladung oft nur für ein oder zwei Stunden, und das Licht ist schwach. Als Orientierungspunkt im Beet sind sie brauchbar, als Wegebeleuchtung für den Januar nicht.
Rücksicht auf Nachbarn und Tiere
Licht, das in das Schlafzimmer des Nachbarn fällt, ist ein häufiger Anlass für Streit. Richten Sie Strahler so aus, dass sie nicht über die Grundstücksgrenze leuchten. Künstliches Licht stört außerdem nachtaktive Insekten, Vögel und Fledermäuse. Leuchten, die nur nach unten abstrahlen, warmweißes Licht und eine Zeitschaltuhr, die das Stimmungslicht um Mitternacht abschaltet, lösen beides.
Typische Fehler
- Zu hell und zu viel. Ein Garten braucht nicht die Beleuchtungsstärke eines Supermarkts.
- Innenleuchten draußen. Ohne mindestens IP44 hält keine Leuchte den ersten Winter.
- Kabel ohne Plan verlegt, später die Terrasse darüber gebaut und keine Reserve eingeplant. Ein Leerrohr kostet wenig und rettet spätere Erweiterungen.
- Bewegungsmelder auf den Gehweg gerichtet, sodass jeder Passant das Licht auslöst.
Häufige Fragen
Was kostet eine Gartenbeleuchtung?
Ein Niedervoltset mit Trafo und sechs Leuchten gibt es ab etwa 100 Euro. Eine fest installierte 230-V-Anlage mit Erdkabel, Pollerleuchten und Elektriker kostet schnell einige tausend Euro.
Brauche ich eine Außensteckdose?
Für Niedervolt ja, sie muss spritzwassergeschützt und über einen FI-Schalter abgesichert sein. Eine neue Außensteckdose setzt die Elektrofachkraft.
Wie beleuchte ich die Terrassenüberdachung?
Mit Spots in den Sparren oder LED-Streifen in der Rinne. Anregungen stehen unter Beleuchtung der Terrassenüberdachung.



