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Heimwerker-Berater

Aquastop bei der Spülmaschine nachrüsten

Haushaltvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Aquastop bei der Spülmaschine nachrüsten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was ein Aquastop eigentlich stoppt
  2. Was sich nachrüsten lässt und was nicht
  3. Erste Möglichkeit: Aquastop-Schlauch tauschen
  4. Zweite Möglichkeit: Leckwassermelder und Absperrventil
  5. Platz unter der Spüle prüfen
  6. Der Tausch in sechs Schritten
  7. Hat meine Maschine schon einen?
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Spülmaschine steht meist eingebaut unter der Arbeitsplatte, und genau das macht einen Wasserschaden dort so tückisch: Läuft Wasser aus, sieht es niemand, bis der Boden aufquillt oder unten die Decke nass wird. Ein Aquastop sperrt den Zulauf, sobald etwas undicht wird. Neuere Geräte haben ihn meist schon eingebaut, ältere lassen sich mit wenig Aufwand nachrüsten – allerdings nicht in jedem Fall mit vollem Schutz.

Was ein Aquastop eigentlich stoppt

Der Begriff wird für drei verschiedene Dinge benutzt, und die schützen nicht gleich gut:

SchlauchschutzDoppelwandiger Zulaufschlauch mit Ventil am Hahn. Platzt der Innenschlauch, sperrt das Ventil. Schützt nur den Schlauch.
MengenbegrenzerMechanisches Ventil, das bei plötzlich sehr großem Durchfluss schließt, etwa bei einem Abriss. Kleine Lecks erkennt es nicht.
VollschutzSchlauchschutz plus Bodenwanne im Gerät mit Schwimmerschalter. Erfasst auch Lecks in der Maschine selbst.

Was sich nachrüsten lässt und was nicht

Nachrüsten lässt sich einfach nur der Schlauchschutz. Der Vollschutz hängt an der Elektronik und der Bodenwanne der Maschine, die ein älteres Gerät nicht hat. Wer ihn will, braucht ein Gerät, das ihn ab Werk mitbringt.

Erste Möglichkeit: Aquastop-Schlauch tauschen

Die gängigste Nachrüstung ist ein Sicherheitszulaufschlauch. Er besteht aus einem Innenschlauch, der das Wasser führt, und einem Außenmantel. Am Hahnende sitzt ein Gehäuse mit Ventil. Tritt Wasser aus dem Innenschlauch in den Mantel, läuft es in dieses Gehäuse, und dort quillt ein Körper auf oder ein Schwimmer hebt sich und schließt das Ventil.

Solche Schläuche gibt es ab etwa 15 bis 20 Euro in Längen um 1,5 bis 2 m, mit dem üblichen Anschluss von 3/4 Zoll. Wichtig ist: Nach dem Auslösen ist ein mechanischer Aquastop meist verbraucht und muss komplett getauscht werden. Das ist kein Mangel, sondern Prinzip – der Quellkörper lässt sich nicht zurücksetzen.

Mehr über die Bauarten steht beim Aquastop-Schlauch.

Zweite Möglichkeit: Leckwassermelder und Absperrventil

Die Alternative setzt nicht am Schlauch an, sondern am Boden. Ein Leckwassermelder mit zwei Kontakten liegt auf dem Boden unter der Maschine oder im Sockelbereich der Küche. Erreicht ihn Wasser, piept er laut. Einfache Batteriegeräte kosten wenige Euro und sind die billigste Versicherung, die man in einer Küche anbringen kann.

Besser sind Systeme, bei denen der Melder per Funk oder Kabel ein motorisches Absperrventil am Eckventil schließt. Sie erfassen jedes Leck, egal ob aus dem Schlauch, der Maschine oder dem Siphon, und sperren das Wasser selbstständig ab. Dafür brauchen sie Strom oder Batterien, die gewartet werden müssen. Die Kosten liegen deutlich höher, je nach System bei 80 bis 300 Euro.

Platz unter der Spüle prüfen

Bei der Spülmaschine liegt der Wasseranschluss fast immer im Unterschrank neben dem Gerät. Dort teilen sich Spülmaschine und Spüle häufig ein Kombi-Eckventil mit zwei Abgängen. Das Aquastop-Gehäuse ist vergleichsweise dick und braucht Platz nach unten – messen Sie vorher, ob es zwischen Eckventil, Siphon und Rückwand passt.

Der Tausch in sechs Schritten

  1. Wasser absperren. Am Eckventil zudrehen. Klemmt es, lieber den Hauptabsperrhahn der Wohnung schließen.
  2. Maschine vorziehen. Sie ist meist mit zwei Schrauben an der Arbeitsplatte befestigt. Diese lösen und das Gerät vorsichtig einige Zentimeter herausziehen.
  3. Alten Schlauch lösen. Die Überwurfmutter an der Maschine und am Ventil aufdrehen, Restwasser mit einem Tuch auffangen.
  4. Neuen Schlauch anschließen. Dichtung prüfen, Überwurfmuttern handfest anziehen, dann mit der Zange eine Viertelumdrehung nach. Kein Hanf, keine Paste – gedichtet wird mit der Flachdichtung.
  5. Schlauch knickfrei verlegen und das Ventilgehäuse so ausrichten, dass es nicht auf Zug hängt.
  6. Wasser aufdrehen und prüfen. Ein paar Minuten warten und mit Küchenpapier alle Verbindungen abtasten, erst dann die Maschine zurückschieben.

Die weiteren Handgriffe beim Anschluss stehen unter Spülmaschine anschließen.

Hat meine Maschine schon einen?

Das sehen Sie meist am Zulaufschlauch: Ein klobiges Kunststoffgehäuse am Hahnende, oft mit einem Kabel darin, ist ein werksseitiger Aquastop mit Magnetventil. Viele Hersteller nennen das System in der Gebrauchsanleitung ausdrücklich. Bei Einbaugeräten der letzten Jahre ist ein Wasserschutzsystem die Regel, bei sehr alten oder sehr günstigen Geräten nicht.

Ein integrierter Aquastop darf nicht gegen einen einfachen Schlauch getauscht werden, auch wenn er ausgelöst hat. Das Magnetventil ist Teil der Gerätesteuerung. Ersatz gibt es als Originalteil oder als passender Reparatursatz des Herstellers.

Typische Fehler

  • Aquastop ausgelöst, Ursache nicht gesucht. Hat der Schutz einmal gesperrt, gab es ein Leck. Neuer Schlauch drauf und weiter, das reicht nicht – erst Pumpe, Dichtungen und Bodenwanne prüfen.
  • Den Schutz überbrückt. Wer den Schwimmer in der Bodenwanne blockiert oder das Ventil umgeht, schaltet die einzige Warnung ab, die unter der Arbeitsplatte existiert.
  • Zu kurzen Schlauch gewählt. Steht er unter Zug, reißt er früher. Lieber 50 cm Reserve als eine gespannte Verbindung.
  • Eckventil jahrelang nicht bewegt. Wenn es im Ernstfall nicht zugeht, nützt der beste Schlauch nichts. Einmal im Jahr zu- und wieder aufdrehen.

Häufige Fragen

Wie teste ich, ob der Aquastop noch funktioniert?

Bei mechanischen Schläuchen kaum ohne ihn auszulösen. Ein Sichtfenster am Gehäuse zeigt bei vielen Modellen eine rote Markierung, wenn er ausgelöst hat. Beim Vollschutz hilft ein Blick in die Bodenwanne: Steht dort Wasser, meldet das Gerät einen Fehler und pumpt ab.

Kann ein Aquastop kaputtgehen?

Ja. Magnetventile können verkalken oder elektrisch ausfallen, Quellkörper können durch Feuchtigkeit im Unterschrank vorzeitig auslösen. Dann kommt kein Wasser mehr in die Maschine, obwohl sie scheinbar normal arbeitet.

Deckt die Versicherung den Wasserschaden auch ohne Aquastop?

Leitungswasserschäden sind in der Regel über Hausrat- und Wohngebäudeversicherung abgedeckt. Die genauen Bedingungen stehen im Vertrag; einige Versicherer fragen bei grober Nachlässigkeit genauer nach. Ein Aquastop ersetzt keine Versicherung, verhindert aber den Schaden.

Gilt das alles auch für die Waschmaschine?

Im Prinzip ja, nur sind die Wege dort andere. Die Besonderheiten stehen unter Aquastop bei der Waschmaschine nachrüsten.

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