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Heimwerker-Berater

5 Do it yourself Tipps für eine minimalistische Wohnung

Haushaltvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
5 Do it yourself Tipps für eine minimalistische Wohnung
Inhalt9 Abschnitte
  1. 1. Ausmisten nach Kategorie, nicht nach Zimmer
  2. 2. Stauraum, den man nicht sieht
  3. 3. Möbel mit zwei Aufgaben
  4. 4. Eine Farbe, zwei Materialien
  5. 5. Licht statt Dinge
  6. Wohin mit dem Aussortierten
  7. Die Regel, die alles zusammenhält
  8. Was Minimalismus nicht ist
  9. Häufige Fragen

Minimalistisch wohnen heißt nicht, in einer leeren Wohnung zu sitzen. Es heißt, dass jeder Gegenstand einen Platz und einen Zweck hat – und dass die Fläche dazwischen frei bleibt. Das lässt sich mit wenig Geld selbst herstellen.

1. Ausmisten nach Kategorie, nicht nach Zimmer

Die Grundlage, ohne die alles andere nichts bringt. Arbeiten Sie nach Kategorien: erst alle Kleidung, dann alle Bücher, dann Papiere, dann Kleinkram – Erinnerungsstücke zuletzt. Wer nach Zimmern vorgeht, muss bei jedem Stück neu entscheiden; wer alle Pullover auf einem Haufen sieht, erkennt sofort, dass es zwölf sind.

Für jedes Stück drei Fragen: In den letzten zwölf Monaten benutzt? Würde ich es heute noch einmal kaufen? Wie schnell und zu welchem Preis käme ich wieder daran?

Der letzte Punkt entwaffnet das stärkste Gegenargument. Was man für 15 Euro jederzeit nachkaufen kann, muss man nicht jahrelang lagern. Eine ausführliche Anleitung zum Vorgehen steht unter Aufräumen und Entrümpeln.

minimalistisches Wohnzimmer
Wie man hier sehen kann: minimalistisch ist nicht gleich langweilig! | Foto: alexroz / Depositphotos.com

2. Stauraum, den man nicht sieht

Eine minimalistische Wohnung hat nicht weniger Dinge – sie hat weniger sichtbare. Drei Selbstbauprojekte, die das leisten:

Bettpodest mit Stauraum. Eine Plattform aus 18-mm-Multiplex auf einem Rahmen aus 60 × 40 mm Kanthölzern, darunter Auszugkästen oder offene Fächer. Ein 160er-Bett gewinnt so gut einen Kubikmeter Stauraum, in dem Bettzeug, Koffer und Saisonkleidung verschwinden.

Sitzbank mit Klappe am Fenster oder im Flur. Der Korpus aus Leimholz, der Deckel gepolstert. Stauraum und Sitzplatz in einem.

Sockelschubladen unter Küchenzeile und Einbauschränken. Der Sockelbereich ist meist 10 bis 15 cm hoch und völlig ungenutzt – flache Auszüge nehmen Backbleche, Tabletts und Tischsets auf.

3. Möbel mit zwei Aufgaben

Jedes Möbel, das nur eine Sache kann, kostet Fläche. Klapptisch an der Wand, der zum Schreibtisch wird. Hocker, die als Beistelltisch dienen. Ein Regal als Raumteiler, das von beiden Seiten zugänglich ist.

Beim Selbstbau lohnt ein einheitliches Rastermaß – etwa 40 cm –, damit sich Module später umstellen und kombinieren lassen. Wer alles im gleichen Maß baut, kann in fünf Jahren umziehen, ohne dass etwas nicht mehr passt.

4. Eine Farbe, zwei Materialien

Unruhe entsteht durch Vielfalt. Eine Wandfarbe in der ganzen Wohnung, dazu höchstens zwei sichtbare Materialien – etwa helles Holz und Weiß, oder Eiche und Schwarz.

Was das praktisch heißt: Bunte Buchrücken hinter eine Tür oder mit dem Rücken nach hinten. Elektrogeräte in einer Farbe. Verpackungen aus dem Supermarkt in einheitliche Behälter umfüllen. Kabel in Kanäle oder hinter Leisten, zur Not auch ohne Bohren, siehe Kabelkanal befestigen ohne Bohren.

Beim Streichen sind Nassabriebklasse 1 oder 2 nach DIN EN 13300 ein guter Wert – in einer Wohnung mit wenigen Dingen sieht man jeden Fingerabdruck an der Wand.

5. Licht statt Dinge

Eine leere Fläche wirkt nur dann ruhig und nicht kahl, wenn das Licht stimmt. Eine einzelne Deckenleuchte macht aus einem minimalistischen Raum ein Wartezimmer.

Drei Ebenen: Grundlicht indirekt gegen die Wand oder Decke, Zonenlicht über Tisch und Sofa, ein Akzent auf einem einzigen Gegenstand. Alle in 2.700 bis 3.000 Kelvin und dimmbar.

Wandleuchten und Deckenspots lassen sich beim Renovieren leicht nachrüsten und brauchen keine Stellfläche – genau das, was ein minimalistischer Raum will.

Wohin mit dem Aussortierten

Ausmisten scheitert oft nicht an der Entscheidung, sondern an den Säcken, die danach monatelang im Flur stehen. Legen Sie vorher fest, wohin was geht, und bringen Sie es innerhalb einer Woche weg. Gut Erhaltenes lässt sich über Kleinanzeigen verkaufen oder verschenken, Kleidung und Haushaltswaren nehmen Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern, Bücher öffentliche Bücherschränke. Sperrige Möbel holt in vielen Gemeinden die Sperrmüllabfuhr auf Anmeldung, Elektrogeräte und Batterien gehören zum Wertstoffhof oder zurück in den Handel. Wer ohnehin umzieht, verbindet beides, siehe 15 Tipps für den Umzug.

Die Regel, die alles zusammenhält

Ein Ding rein, ein Ding raus. Jedes neue Stück ersetzt ein altes. Ohne diese Regel füllt sich die Wohnung innerhalb eines Jahres wieder – und jede Ausmistaktion beginnt von vorn.

Dazu ein fester Termin: einmal im Quartal eine Stunde je Raum. Das ist weniger Aufwand als eine große Aktion alle drei Jahre, und es tut deutlich weniger weh.

Was Minimalismus nicht ist

Kein Wettbewerb um die leerste Wohnung. Wer gern kocht, hat eine volle Küche; wer viel liest, hat Bücher. Minimalismus heißt nur, dass das, was da ist, bewusst da ist – und dass es einen Platz hat, an den es zurückgeht.

Die Wohnung soll zum Leben passen, nicht zu einem Foto.

Häufige Fragen

Womit fange ich an, wenn alles zu viel ist?

Mit einer einzigen Schublade oder einem Regalbrett. Ein kleiner, sichtbarer Erfolg motiviert mehr als ein Plan für die ganze Wohnung.

Braucht man für Minimalismus neue Möbel?

Nein. Meist reicht es, weniger Möbel zu haben und die vorhandenen besser zu nutzen. Neu gebaut wird nur dort, wo Stauraum fehlt – etwa mit dem Bettpodest oder den Sockelschubladen.

Wie bewahre ich Kleinkram auf, ohne dass es unruhig wirkt?

In geschlossenen Behältern gleicher Größe und Farbe, beschriftet und im Schrank. Anregungen dazu unter Ordnungsboxen.

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