Drainagerohr verlegen: mit unserer Anleitung kein Problem!

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Ein Drainagerohr sammelt Wasser aus dem Boden und leitet es kontrolliert ab. Im Garten hilft es gegen dauerhaft nasse Rasenflächen, am Haus schützt es die Kellerwand vor Stauwasser. Bevor Sie graben, müssen zwei Fragen geklärt sein: Ist Drainage wirklich die Lösung, und wohin darf das gesammelte Wasser? Ohne Antwort auf die zweite Frage ist die schönste Drainage wertlos.
Braucht es wirklich eine Drainage
Nasse Stellen im Garten haben oft eine einfachere Ursache: ein verdichteter Boden, der Wasser nicht durchlässt. Dann helfen Lockern, Aerifizieren und Sand besser und günstiger als ein Rohrsystem. Mehr dazu im Beitrag Den Boden auflockern. Eine Drainage ist sinnvoll, wenn eine lehmige oder tonige Schicht im Untergrund das Wasser staut, wenn Hangwasser zuläuft oder wenn Wasser an einer Kellerwand steht.
Der Versickerungstest
Ob das Wasser vor Ort versickern kann, zeigt ein einfacher Test:
- Grube ausheben, etwa 40 × 40 cm groß und 20 bis 40 cm tief.
- Sohle abdecken mit einer dünnen Schicht aus Feinkies oder Grobsand, etwa 2 cm.
- Vornässen: Grube mit Wasser füllen und versickern lassen, damit der Boden gesättigt ist.
- Messen: Erneut etwa 30 cm hoch mit Wasser füllen und beobachten, wie schnell der Spiegel sinkt.
Sinkt der Spiegel in einer Stunde um mehrere Zentimeter, ist der Boden durchlässig und das Wasser kann über eine Sickeranlage abgeleitet werden. Tut sich kaum etwas, muss das Wasser anders weg.
Wohin mit dem Wasser
Das ist die wichtigste Planungsfrage. Möglich sind eine Sickergrube oder Rigole auf dem eigenen Grundstück, ein Graben oder Gewässer, ein Regenwasserkanal oder eine Zisterne. Das Einleiten in die öffentliche Kanalisation ist in vielen Gemeinden genehmigungspflichtig oder verboten, besonders in den Schmutzwasserkanal. Auch das Ableiten auf das Nachbargrundstück ist nicht erlaubt. Fragen Sie vor Baubeginn bei der Gemeinde nach. Liegt der Auslass tiefer als jeder mögliche Abfluss, hilft nur ein Pumpenschacht mit einer Schmutzwasserpumpe.
Rohr und Material
| DN 50 bis DN 65 | Für Gartenflächen und Wege, flexibel gewellt, gelocht. |
| DN 100 | Standard für die Dränung am Gebäude und für Sammelleitungen. |
| Filterkies | Gewaschener Kies, zum Beispiel 16/32, umhüllt das Rohr. |
| Geotextil (Filtervlies) | Umhüllt die Kiespackung und verhindert, dass Feinteile den Kies verschlämmen. |
| Kokos- oder Vliesummantelung | Direkt am Rohr, zusätzlicher Schutz bei feinkörnigen Böden. |
Für die Dränung an Gebäuden gilt die DIN 4095, die Rohrgrößen, Gefälle, Spülschächte und den Aufbau der Kiespackung regelt.
Gefälle und Verlauf
Das Rohr braucht ein durchgehendes Gefälle zum Auslass, ohne Senken, in denen Wasser und Schlamm stehen bleiben. Die DIN 4095 nennt für Gebäudedränungen ein Mindestgefälle von 0,5 Prozent; im Garten ist ein Gefälle von etwa 1 bis 2 Prozent sicherer, weil sich die Rohre beim Verfüllen leicht setzen. Bei 20 m Leitung und 1 Prozent Gefälle liegt das Ende also 20 cm tiefer als der Anfang. Kontrollieren Sie das mit Schnur und Wasserwaage oder einem Nivelliergerät.
Im Garten werden mehrere Stränge oft fischgrätenartig zu einer Sammelleitung geführt. An jedem Richtungswechsel am Haus gehört ein Spül- oder Kontrollschacht hin, damit sich das Rohr später reinigen lässt.

Verlegen Schritt für Schritt
- Leitungen orten. Vor dem Graben klären, wo Strom-, Wasser- und Gasleitungen liegen.
- Graben ausheben, im Garten meist 40 bis 80 cm tief und etwa 30 cm breit. Am Haus liegt das Rohr neben dem Fundament, nicht tiefer als die Fundamentsohle, damit das Fundament nicht unterspült wird.
- Sohle mit Gefälle anlegen und verdichten.
- Vlies einlegen, so breit, dass es die spätere Kiespackung ganz umschließen kann.
- Kies einbringen, etwa 10 cm als Bett.
- Rohr verlegen, mit den Öffnungen nach Herstellerangabe, Gefälle kontrollieren.
- Mit Kies überdecken, mindestens 15 bis 20 cm, dann das Vlies oben überlappend schließen.
- Mit Boden verfüllen und die Grasnarbe wieder auflegen.
Sicherheit beim Graben
Gräben können einstürzen, besonders in sandigem oder nassem Boden. Ab 1,25 m Tiefe sind Gräben nach DIN 4124 zu verbauen oder abzuböschen. Auch darunter gilt: Nie allein in einem tiefen Graben arbeiten und Aushub nicht direkt an die Grabenkante schütten. Eine Hausdränage bis zur Fundamentsohle ist deshalb meist Arbeit für einen Fachbetrieb mit Bagger.
Kosten
Das Material für eine Gartendrainage ist günstig: Drainagerohre in DN 50 kosten wenige Euro je Meter, dazu kommen Kies und Vlies. Den größten Anteil hat die Erdarbeit. Mit Minibagger aus dem Verleih ist ein Garten in einem Wochenende zu schaffen, von Hand dauert es entsprechend länger. Eine Gebäudedränage mit Freilegen der Kellerwand und neuer Abdichtung kostet ein Vielfaches und sollte fachlich geplant werden.
Häufige Fragen
Wie tief muss das Drainagerohr liegen?
Im Garten meist 40 bis 80 cm, abhängig davon, wo das Wasser steht und wie tief der Auslass liegt. Am Haus auf Höhe der Fundamentsohle.
Hilft eine Drainage gegen einen nassen Keller?
Nur wenn Stauwasser von außen die Ursache ist, und nur zusammen mit einer intakten Abdichtung. Bei Feuchtigkeit von innen helfen Maßnahmen wie Dichtschlämme oder eine Abdichtung des Kellerbodens.
Wie lange hält eine Drainage?
Mit guter Filterschicht Jahrzehnte. Ohne Vlies verschlämmt sie oft schon nach wenigen Jahren.



