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Heimwerker-Berater

Einen Stahlwandpool aufbauen

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Einen Stahlwandpool aufbauen
Inhalt9 Abschnitte
  1. Aus welchen Teilen der Pool besteht
  2. Rund, oval oder eckig?
  3. Genehmigung und Standort
  4. Den Untergrund vorbereiten
  5. Wand und Folie montieren
  6. Einbauteile, Verrohrung und Strom
  7. Den Pool in den Boden einlassen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Stahlwandpool besteht aus einer dünnen, verzinkten und beschichteten Stahlwand, die zu einem Ring gerollt wird, und einer Innenfolie, die das Wasser hält. Er lässt sich frei aufstellen, teilweise oder ganz in den Boden einlassen. Über Erfolg oder Ärger entscheidet der Untergrund: Ist er nicht exakt eben, drückt das Wasser die Wand ungleichmäßig und die Folie wirft Falten.

Aus welchen Teilen der Pool besteht

StahlwandVerzinktes, beschichtetes Stahlblech, übliche Höhen 1,20 m, 1,35 m und 1,50 m.
BodenschieneKunststoffprofil, in das die Wand unten gestellt wird.
HandlaufObere Profilleiste, hält Folie und Wand zusammen.
InnenfoliePVC, mindestens 0,6 mm, besser 0,8 mm, als Überlappfolie oder Einhängefolie.
EinbauteileSkimmer, Einlaufdüse, bei Bedarf Bodenablauf und Scheinwerfer.
TechnikSandfilteranlage, Schläuche oder feste Verrohrung, Leiter.

Rund, oval oder eckig?

Rundbecken sind am einfachsten: Der Wasserdruck verteilt sich gleichmäßig auf die Wand, sie stehen frei ohne Stützen. Ovalbecken haben gerade Seitenteile, die dem Druck allein nicht standhalten. Frei stehend brauchen sie Stahlstreben, eingelassen eine betonierte Stützmauer an den Längsseiten. Achtformbecken verhalten sich ähnlich. Rechteckige Varianten stellt der Beitrag Stahlwandpool eckig vor – sie sind fast immer ein Fall für den Einbau mit Betonwänden.

Genehmigung und Standort

Kleine Schwimmbecken sind in den meisten Bundesländern verfahrensfrei, häufig bis 100 m³ Beckeninhalt, außer im Außenbereich. Abstandsflächen und der Bebauungsplan gelten trotzdem, im Zweifel fragen Sie beim Bauamt. Ein Rundbecken mit 4,5 m Durchmesser und 1,2 m Höhe fasst rund 17 bis 19 m³.

Suchen Sie einen sonnigen Platz ohne Bäume in der Nähe: Laub und Blütenstaub landen sonst im Wasser. Vermeiden Sie Senken mit hohem Grundwasser. Leitungen im Boden müssen vorher geortet sein.

Den Untergrund vorbereiten

  1. Fläche abstecken. Beckenmaß plus rund 50 cm rundum.
  2. Grasnarbe abtragen, bis tragfähiger Boden erreicht ist.
  3. Ebnen. Die Abweichung über die ganze Fläche sollte höchstens etwa 1 cm betragen. Kontrolle mit Richtlatte und Wasserwaage in mehreren Richtungen.
  4. Tragschicht. Verdichteter Sand oder, bei größeren Becken und für den Einbau, eine Betonplatte von etwa 15 bis 20 cm.
  5. Schutzvlies oder Bodenschutz auflegen, damit keine Steinchen die Folie durchdrücken. Mehr dazu unter Poolunterlage.

Wand und Folie montieren

Die Bodenschiene wird zum Kreis ausgelegt, die Wand abgerollt und hineingestellt. Die Stoßstelle wird mit den beiliegenden Schrauben verbunden und mit Klebeband abgedeckt, damit die Schraubenköpfe die Folie nicht beschädigen. Die Aussparungen für Skimmer und Einlaufdüse müssen dort liegen, wo später die Filteranlage steht.

Montieren Sie die Folie bei 15 bis 25 °C. Bei Kälte ist sie steif und legt sich nicht an, bei großer Hitze dehnt sie sich und wirft nach dem Abkühlen Falten. Morgens an einem milden Tag ist der beste Zeitpunkt. Folie einhängen, Handlauf aufsetzen, dann einige Zentimeter Wasser einlassen und Bodenfalten von innen nach außen herausstreichen.

Poolfolie wird von der Sonne aufgewärmt
Poolfolie wird von der Sonne aufgewärmt

Einbauteile, Verrohrung und Strom

Skimmer und Einlaufdüse werden erst eingesetzt, wenn das Wasser knapp unter der Aussparung steht. Dann sitzt die Folie gespannt und faltenfrei am Flansch. Erst die Dichtungen und Flansche verschrauben, dann die Folie innerhalb des Flansches ausschneiden – nicht umgekehrt.

Die Sandfilteranlage steht idealerweise etwas unterhalb des Wasserspiegels, dann läuft sie nicht trocken an. Der Stromanschluss für Pumpe und Scheinwerfer gehört in die Hand einer Elektrofachkraft: Für Schwimmbecken gelten die Schutzbereiche der DIN VDE 0100-702, und ein FI-Schutzschalter mit 30 mA ist Pflicht.

Den Pool in den Boden einlassen

Ein eingelassenes Becken sieht besser aus und verliert nachts weniger Wärme. Es braucht aber deutlich mehr Arbeit:

  1. Grube ausheben, etwa 30 bis 50 cm breiter als das Becken, Tiefe nach gewünschter Einbauhöhe.
  2. Betonplatte gießen und aushärten lassen.
  3. Becken aufbauen wie oben, mit Einbauteilen und fester Verrohrung.
  4. Hinterfüllen mit erdfeuchtem Magerbeton, lagenweise zu je etwa 20 bis 30 cm, und parallel Wasser einlassen. Der Wasserstand muss immer über der Hinterfüllung liegen, sonst drückt der Beton die Wand nach innen.
  5. Wand von außen isolieren mit Styrodurplatten, das spart später Heizenergie.

Wer ohnehin eingraben will, findet Alternativen unter Pools zum Eingraben.

Typische Fehler

  • Unebener Untergrund. Schon wenige Zentimeter Gefälle zeigen sich als ungleicher Wasserrand und verformte Wand.
  • Folie bei Hitze eingehängt. Die Falten kommen mit dem ersten kühlen Abend.
  • Hinterfüllung mit Erde oder nassem Beton. Erde setzt sich, nasser Beton drückt zu stark. Erdfeucht und lagenweise ist richtig.
  • Pool im Winter leer gelassen. Ein Stahlwandbecken wird nie ganz abgelassen, sonst verzieht sich die Wand und die Folie reißt.
  • Ohne Abdeckung überwintert. Laub und Algen machen das Frühjahr teuer. Siehe Pool richtig abdecken.

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Aufbau?

Frei stehend schaffen zwei Personen ein Rundbecken an einem Tag, den Untergrund nicht mitgerechnet. Ein Einbau mit Grube, Bodenplatte und Hinterfüllung dauert mehrere Wochenenden.

Wie reinige ich das Wasser?

Über die Sandfilteranlage, die täglich mehrere Stunden läuft, dazu eine Wasserpflege mit Chlor oder Aktivsauerstoff und regelmäßiges Bodensaugen.

Brauche ich einen Fachmann?

Für Aufbau und Einbau nicht. Für den Stromanschluss der Technik ja, und bei Hanglage oder hohem Grundwasser lohnt ein Blick vom Fachbetrieb.

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