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Heimwerker-Berater

Einen Tellerschleifer selbst bauen

Werkzeugvon Christoph5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wofür man einen Tellerschleifer braucht
  2. Lohnt sich der Eigenbau?
  3. Der Motor: Drehzahl ist wichtiger als Watt
  4. Material und Werkzeug
  5. Schritt für Schritt bauen
  6. Der Stromanschluss
  7. Richtig schleifen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Ein Tellerschleifer ist nichts anderes als eine runde Scheibe mit Schleifpapier, die ein Motor dreht, und davor ein Tisch, auf dem das Werkstück liegt. Das lässt sich mit einem alten Motor, einer Siebdruckplatte und einem Wochenende selbst bauen. Die Qualität des Ergebnisses hängt an drei Dingen: der richtigen Drehzahl, einem Teller, der wirklich rund läuft, und einem Tisch, der exakt im rechten Winkel steht.

Wofür man einen Tellerschleifer braucht

Der Tellerschleifer ist das Werkzeug für Stirnkanten, Gehrungen und Rundungen. Er bringt Hirnholz auf Maß, schleift eine Rundung an ein Brett, korrigiert eine Gehrung um ein halbes Grad oder bricht Kanten an Kleinteilen. Auch Kunststoff und weiche Metalle wie Aluminium lassen sich bearbeiten. Große Flächen sind nicht sein Revier – dafür gibt es den Bandschleifer.

Einen Tellerschleifer selbst bauen
Einen Tellerschleifer selbst bauen | Foto: VolodymyrBur / Depositphotos.com

Lohnt sich der Eigenbau?

Ehrlich gerechnet: nur, wenn Sie einen passenden Motor schon haben. Ein einfacher gekaufter Tellerschleifer mit 250 mm Teller kostet ab etwa 100 Euro, Kombigeräte mit Band und Teller ab 120 Euro. Wer Motor, Aluminiumflansch, Plattenmaterial und Schrauben neu kauft, landet schnell in derselben Größenordnung.

Der eigentliche Gewinn liegt in der Größe und im Maß. Selbst gebaut kann der Teller 300 mm oder mehr messen, der Tisch so groß sein, wie Ihre Werkstücke es brauchen, und die Maschine passt genau an den Platz in der Werkstatt.

Der Motor: Drehzahl ist wichtiger als Watt

Gut geeignet sind Drehstrom- oder Kondensatormotoren mit etwa 1400 Umdrehungen pro Minute, wie sie in Kreissägen, Kompressoren, Pumpen und älteren Maschinen stecken. Sie laufen ruhig, leise und praktisch unverwüstlich. Eine Leistung von 300 bis 600 W reicht für einen Teller bis 300 mm.

Ungeeignet sind Universalmotoren aus Bohrmaschinen oder Staubsaugern. Sie drehen viel zu hoch, und eine große Scheibe mit 10.000 Umdrehungen ist kein Schleifer mehr, sondern ein Geschoss.

Zur Orientierung die Umfangsgeschwindigkeit: Ein Teller mit 300 mm Durchmesser bei 1400 U/min läuft am Rand mit etwa 22 m/s. Das ist ein guter Wert für Holz. Mehr braucht es nicht.

Material und Werkzeug

  • Motor mit Befestigungsfuß und Welle
  • Flansch oder Riemenscheibe, die fest auf der Welle sitzt – mit Passfeder oder Madenschraube
  • Teller aus 18 bis 25 mm Multiplex, Siebdruckplatte oder Aluminium
  • Grundplatte und Gehäuse aus 18 bis 21 mm Multiplex
  • Tischplatte, Scharniere oder Schwenksegment, Flügelschrauben
  • Schleifpapier mit Klett oder selbstklebend, in der Größe des Tellers
  • Stichsäge oder Bandsäge, Bohrmaschine, Winkel, Schraubzwingen

Schritt für Schritt bauen

  1. Teller zuschneiden. Einen Kreis anreißen, grob aussägen und in der Mitte die Bohrung für den Flansch exakt setzen. Ein Zirkel aus Leiste und Nagel genügt.
  2. Teller auf den Flansch schrauben. Mindestens vier Schrauben, gleichmäßig verteilt, versenkt.
  3. Teller am Motor rund drehen. Den Motor laufen lassen und mit einer festen Auflage und einem Schleifklotz oder einer Raspel den Rand und die Fläche abnehmen, bis nichts mehr schlägt. Dabei Schutzbrille tragen.
  4. Grundplatte und Motorhalter. Den Motor fest auf eine schwere Grundplatte schrauben. Das Gewicht dämpft Vibrationen.
  5. Tisch bauen. Die Tischplatte vor dem Teller, mit höchstens 2 mm Abstand zur Schleiffläche. Der Tisch sitzt unterhalb der Tellermitte.
  6. Schwenkmechanik. Zwei Segmentbögen mit Langloch und Flügelschraube erlauben eine Neigung von 0 bis 45°. Den rechten Winkel mit einem Anschlag festlegen, damit man ihn immer wiederfindet.
  7. Absaugung. Eine Haube um die untere Tellerhälfte mit Anschluss für den Werkstattsauger.
  8. Papier aufkleben und Probelauf.
Anwendung eines Tellerschleifers
Ein Tellerschleifer wird verwendet, um Holz oder Metall auf einem runden Teller zu schleifen und zu glätten. | Foto: VolodymyrBur / Depositphotos.com

Der Stromanschluss

Arbeiten am Netz sind Sache einer Elektrofachkraft. Das betrifft beim Tellerschleifer vor allem das Anschließen eines Kondensatormotors und das Einbauen eines Schalters. Wer den Motor aus einer vorhandenen Maschine samt Schalter und Kabel übernimmt, spart sich zwar Arbeit, aber nicht die Prüfung. Ein Not-Aus-Schalter mit Nullspannungsauslösung verhindert, dass die Maschine nach einem Stromausfall von selbst wieder anläuft.

Richtig schleifen

Arbeiten Sie immer auf der Tellerhälfte, die sich nach unten zum Tisch hin dreht. Dort drückt der Teller das Werkstück auf den Tisch. Auf der anderen Hälfte hebt er es an und kann es wegschleudern.

Führen Sie das Werkstück mit leichtem Druck und bewegen Sie es etwas hin und her, damit das Papier nicht an einer Stelle verbrennt. Kleine Teile halten Sie mit einem Schiebeholz, nicht mit den Fingerspitzen.

Typische Fehler

  • Unwucht. Ein Teller, der nicht rund läuft, lässt die ganze Maschine wandern und schleift unsauber. Rund drehen ist Pflicht.
  • Zu großer Spalt zum Tisch. Dünne Teile werden in den Spalt gezogen.
  • Flansch mit Spiel. Eine Madenschraube ohne Passfeder löst sich irgendwann.
  • Keine Absaugung. Schleifstaub von Holz ist gesundheitsschädlich, von Eiche und Buche sogar krebserregend eingestuft.
  • Zu hohe Drehzahl. Das Papier verbrennt, und die Kräfte am Teller wachsen quadratisch mit der Drehzahl.

Häufige Fragen

Welcher Teller-Durchmesser ist sinnvoll?

Für die Hobbywerkstatt 250 bis 300 mm. Kleiner wird die nutzbare Fläche knapp, größer braucht es mehr Leistung und mehr Sorgfalt beim Rundlauf.

Kann ich eine Bohrmaschine als Antrieb nehmen?

Für einen kleinen Teller unter 150 mm als Behelf ja, mit einer Halterung und bei niedriger Drehzahl. Für einen richtigen Tellerschleifer ist sie zu schnell und nicht für Dauerbetrieb gebaut.

Welche Körnung brauche ich?

K80 als Standard für Form und Maß, K120 für glattere Kanten. Grobe K40 nur für schnellen Abtrag.

Ist der Eigenbau gefährlich?

Nicht mehr als jede andere Maschine, wenn Teller und Flansch fest sitzen, der Tisch nah am Teller steht und Sie auf der richtigen Seite arbeiten. Gefährlich wird es mit ungeeigneten Motoren und improvisiertem Stromanschluss.

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