Schraubenkompressoren – vielseitige Helfer in Handwerk und Industrie

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Ein Schraubenkompressor verdichtet Luft mit zwei ineinandergreifenden, schraubenförmigen Rotoren statt mit einem Kolben. Er liefert gleichmäßig und leise und ist für den Dauerbetrieb gebaut. Genau darin liegt aber auch seine Grenze: Er will laufen, nicht ständig an- und ausgehen. Deshalb ist er in Betrieben und Werkstätten mit hohem Luftbedarf erste Wahl, für die meisten Heimwerker dagegen die falsche.
So arbeitet er
Im Verdichtergehäuse drehen sich zwei Rotoren, ein Haupt- und ein Nebenläufer, deren Profile ineinandergreifen. Die Luft wird an der Ansaugseite in die Kammern zwischen den Rotoren eingeschlossen. Während sich die Rotoren weiterdrehen, werden diese Kammern immer kleiner, und die Luft wird verdichtet, bis sie auf der Druckseite austritt.
Bei öleingespritzten Kompressoren, der häufigsten Bauart, wird Öl in den Verdichter gegeben. Es dichtet die Spalte ab, schmiert und führt die Wärme ab. Anschließend trennt ein Ölabscheider das Öl wieder von der Luft. Ölfreie Schraubenkompressoren arbeiten ohne Öl im Verdichtungsraum und werden dort eingesetzt, wo die Luft absolut ölfrei sein muss, etwa in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Sie sind deutlich teurer.
Schraube oder Kolben
| Merkmal | Schraubenkompressor | Kolbenkompressor |
| Förderung | gleichmäßig, kaum Pulsation | stoßweise |
| Einschaltdauer | für Dauerbetrieb ausgelegt | braucht Pausen |
| Lautstärke | leise, meist in Schallhaube | laut, besonders ölfreie Geräte |
| Kurzer, seltener Bedarf | ungünstig | gut geeignet |
| Anschaffung | ab einigen tausend Euro | ab etwa 150 Euro |
Ein Kolbenkompressor läuft, bis der Kessel voll ist, und schaltet dann ab. Das passt zum typischen Heimwerkerbetrieb: Reifen aufpumpen, ein paar Nägel mit dem Druckluftnagler setzen, kurz ausblasen. Wer es leiser möchte, findet beim Flüsterkompressor eine Zwischenlösung.
Warum Dauerbetrieb so wichtig ist
Beim Verdichten fällt Wasser aus der angesaugten Luft aus. In einem öleingespritzten Schraubenkompressor verdunstet dieses Wasser nur, wenn das Öl seine Betriebstemperatur erreicht. Läuft die Maschine immer nur kurz, bleibt Wasser im Öl, das Öl emulgiert, die Lager leiden. Hersteller geben deshalb Mindestlaufzeiten vor. Ein Schraubenkompressor, der zu groß für den Bedarf ist, hält also nicht länger, sondern kürzer.
Kennzahlen, auf die es ankommt
- Liefermenge: Bei Schraubenkompressoren wird meist die tatsächlich gelieferte Luftmenge angegeben. Bei Kolbenkompressoren steht oft die Ansaugleistung auf dem Etikett, die erheblich über der nutzbaren Menge liegt. Die Zahlen sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
- Druck: Gängig sind Maximaldrücke von 8, 10 oder 13 bar. Mehr Druck als nötig kostet Energie.
- Motorleistung: Kleine Werkstattgeräte beginnen bei wenigen Kilowatt und brauchen meist Drehstrom mit 400 V.
- Regelung: Einfache Geräte schalten zwischen Last und Leerlauf, bessere regeln die Drehzahl mit einem Frequenzumrichter und passen die Liefermenge an den Verbrauch an.
Was zur Anlage gehört
Ein Schraubenkompressor ist selten ein einzelnes Gerät. Zu einer vollständigen Druckluftstation gehören ein Druckbehälter als Puffer, ein Kältetrockner, der die Luft entfeuchtet, Filter und ein automatischer Kondensatableiter. Das Kondensat eines ölgeschmierten Kompressors enthält Öl und darf nicht ungereinigt in die Kanalisation. Dafür gibt es Öl-Wasser-Trenner.
Aufstellung
Ein Schraubenkompressor braucht einen trockenen, frostfreien und gut belüfteten Raum. Die Abwärme muss abziehen können, sonst saugt die Maschine ihre eigene warme Luft wieder an, der Wirkungsgrad sinkt und die Temperaturabschaltung greift. Staubige Umgebungen wie Schreinereien verlangen einen Aufstellort abseits der Maschinen oder einen zusätzlichen Vorfilter. Die angesaugte Luft sollte so kühl und sauber wie möglich sein, denn jedes Grad weniger und jedes Staubkorn weniger zahlt sich über die Lebensdauer aus. Zu Wänden halten Sie den Abstand ein, den der Hersteller für Wartung und Luftstrom vorgibt.
Wo sie eingesetzt werden
- Kfz-Werkstätten für Schlagschrauber, Reifenmontage und Lackierkabinen.
- Schreinereien und Metallbau für Nagler, Schleifer und Spritzpistolen, siehe auch Druckluftschleifer.
- Industrie als zentrale Druckluftversorgung ganzer Hallen.
- Baustellen als fahrbare Aggregate, meist mit Dieselmotor, für Presslufthämmer und Sandstrahlarbeiten.
Energie und Wärme
Druckluft ist eine teure Energieform. Der größte Teil der elektrischen Leistung eines Kompressors wird zu Wärme. Größere Anlagen nutzen das mit einer Wärmerückgewinnung, die Hallen beheizt oder Brauchwasser erwärmt.
Mindestens so wichtig sind Leckagen: Undichte Kupplungen und Schläuche verlieren auch nachts und am Wochenende Luft, und der Kompressor läuft dafür. In vielen Betrieben lohnt sich eine regelmäßige Leckagesuche mehr als ein neues Gerät.
Wartung
Öl und Ölfilter, Luftfilter und Ölabscheider werden nach Betriebsstunden gewechselt, die Intervalle stehen in der Anleitung. Der Kühler muss frei von Staub bleiben, sonst überhitzt die Maschine. Druckbehälter unterliegen der Betriebssicherheitsverordnung und müssen gewerblich regelmäßig geprüft werden.
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Schraubenkompressor für die Hobbywerkstatt?
Selten. Nur wenn Sie über längere Zeit viel Luft brauchen, etwa für Sandstrahlen oder lange Lackierarbeiten, und Drehstrom vorhanden ist. Für alles andere ist ein guter Kolbenkompressor sinnvoller.
Wie laut ist ein Schraubenkompressor?
Geräte in Schallhaube liegen deutlich unter vergleichbaren Kolbenkompressoren und lassen sich oft in der Werkstatt aufstellen, ohne dass man sich anschreien muss.
Was ist ein Schraubenlader?
Dasselbe Prinzip als Aufladung für Verbrennungsmotoren. Mit Werkstattdruckluft hat er nichts zu tun.



