Ständerbohrmaschine

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Eine Ständerbohrmaschine ist eine stationäre Bohrmaschine, deren Bohrkopf an einer senkrechten Säule sitzt. Der Bohrer fährt exakt senkrecht nach unten, der Tisch hält das Werkstück. Damit werden Bohrungen genau, rechtwinklig und reproduzierbar – was mit der Handbohrmaschine selbst mit viel Übung nur annähernd gelingt.
Aufbau
| Fuß | Schwere Grundplatte, oft mit Nuten zum Spannen großer Werkstücke. Wird am Boden oder auf der Werkbank verschraubt. |
| Säule | Das senkrechte Rohr, an dem Bohrtisch und Bohrkopf sitzen. |
| Bohrtisch | Höhenverstellbar, meist schwenk- und neigbar, mit Nuten für Schraubstock und Spannmittel. |
| Bohrkopf | Enthält Motor, Riemen oder Getriebe und die Spindel. |
| Pinole | Das Rohr, in dem die Spindel läuft. Sie fährt beim Bohren über ein Handrad nach unten. |
| Tiefenanschlag | Begrenzt den Pinolenhub für gleich tiefe Bohrungen. |
Die Begriffe werden im Handel nicht einheitlich verwendet. Als Ständerbohrmaschine gelten meist Geräte mit langer Säule, die auf dem Boden stehen; die kleinere Variante für die Werkbank heißt Tischbohrmaschine. Sehr schwere Werkstattmaschinen werden oft als Säulenbohrmaschine bezeichnet.

Die wichtigsten Kennzahlen
- Bohrleistung in Stahl. Die Angabe in Millimetern sagt, bis zu welchem Durchmesser die Maschine in Stahl bohren kann. Hobbymaschinen liegen meist bei 13 bis 25 mm, Werkstattmaschinen darüber.
- Motorleistung. Etwa 500 bis 1000 Watt im Hobbybereich. Für große Bohrer in Stahl zählt vor allem das Drehmoment bei niedriger Drehzahl.
- Drehzahlbereich. Üblich sind etwa 200 bis 3000 Umdrehungen pro Minute, in Stufen über Riemen oder stufenlos elektronisch.
- Ausladung. Der Abstand zwischen Säule und Spindelmitte. Doppelt genommen ergibt er den größten Durchmesser, in dessen Mitte Sie noch bohren können.
- Pinolenhub. Wie tief Sie in einem Zug bohren können, meist 50 bis 120 mm.
- Spindelaufnahme. Oft ein Morsekegel MK 2 oder MK 3, in den das Bohrfutter oder Bohrer mit Kegelschaft gesteckt werden.
Die richtige Drehzahl
Große Bohrer und harte Werkstoffe brauchen niedrige Drehzahlen, kleine Bohrer und weiche Werkstoffe hohe. Als Faustformel gilt: Drehzahl gleich Schnittgeschwindigkeit mal 1000, geteilt durch Pi mal Bohrerdurchmesser. Mit HSS-Bohrern in Baustahl rechnet man mit etwa 20 bis 30 Metern pro Minute. Ein 10-mm-Bohrer läuft damit bei rund 650 bis 950 Umdrehungen, ein 3-mm-Bohrer bei über 2000.
| Bohrer in Baustahl (HSS) | Drehzahl ungefähr |
| 3 mm | 2000–3000/min |
| 6 mm | 1000–1600/min |
| 10 mm | 650–950/min |
| 16 mm | 400–600/min |
In Edelstahl deutlich langsamer, in Aluminium und Holz deutlich schneller. Wer zu schnell bohrt, macht den Bohrer in Sekunden stumpf. Wie man ihn wieder schärft, zeigt Bohrer richtig schleifen.
Das Werkstück spannen
Das Werkstück wird nie mit der Hand gehalten. Wenn der Bohrer beim Durchbrechen greift, reißt er das Blech herum, und scharfe Kanten rotieren mit voller Drehzahl. Spannen Sie kleine Teile in einen Maschinenschraubstock, siehe Schraubstock, und verschrauben Sie ihn mit dem Tisch oder setzen Sie einen Anschlag gegen die Drehrichtung. Große Bleche werden mit Spannpratzen oder Zwingen gesichert.
Legen Sie ein Stück Holz unter, damit der Bohrer beim Durchbrechen nicht in den Tisch fährt.
Arbeiten in Holz
In Holz spielt die Ständerbohrmaschine ihre Präzision voll aus. Mit Forstnerbohrern werden saubere Sacklöcher für Topfscharniere gebohrt, mit Dübelbohrern exakte Bohrungen für Dübelverbindungen. Ein Parallelanschlag aus einer Holzleiste auf dem Tisch macht Serienbohrungen im gleichen Abstand einfach. Mehr zu passenden Bohrern bei Holzbohrer.
Sicherheit
- Keine Handschuhe in der Nähe der rotierenden Spindel. Sie können erfasst und mitgerissen werden.
- Lange Haare zusammenbinden, keine weiten Ärmel, keine Ketten.
- Schutzbrille tragen.
- Bohrfutterschlüssel sofort abziehen. Ein vergessener Schlüssel fliegt beim Einschalten weg.
- Späne nicht mit der Hand entfernen, sondern mit Pinsel oder Haken nach dem Stillstand.
- Kühlschmierstoff oder Schneidöl beim Bohren in Stahl verwenden.
Typische Fehler
- Nicht angekörnt. Der Bohrer verläuft auf glattem Stahl, besonders bei größeren Durchmessern. Vorher ankörnen oder mit einem kleinen Bohrer vorbohren.
- Zu großer Bohrer in einem Zug. Ab etwa 10 mm in Stahl lohnt ein Vorbohren mit 4 bis 5 mm.
- Zu schnell gebohrt. Blaue Späne und quietschende Geräusche zeigen, dass die Drehzahl zu hoch ist.
- Tisch nicht geklemmt. Er kann sich unter Druck drehen, und die Bohrung sitzt daneben.
Kaufkriterien
- Rundlauf. Die Spindel sollte möglichst wenig schlagen. Ein Bohrfutter, das eiert, macht jede Präzision zunichte.
- Stabiler Fuß und massive Säule, damit die Maschine nicht federt.
- Genügend Drehzahlstufen, besonders nach unten für große Bohrer.
- Einfache Tischverstellung, am besten mit Zahnstange und Kurbel.
- Not-Aus-Schalter gut erreichbar.
Häufige Fragen
Was kostet eine Ständerbohrmaschine?
Einfache Hobbymaschinen gibt es ab etwa 150 Euro, solide Geräte kosten 300 bis 800 Euro. Gebrauchte Werkstattmaschinen sind eine gute Alternative, wenn Rundlauf und Lager in Ordnung sind.
Reicht ein Bohrständer für die Handbohrmaschine?
Für gelegentliche Arbeiten in Holz ja, siehe Bohrmaschinenständer. Für präzise Metallbohrungen fehlt ihm die Steifigkeit.
Kann ich mit der Ständerbohrmaschine fräsen?
Nein. Die Lager sind für axiale Kräfte ausgelegt, nicht für seitlichen Druck. Das Bohrfutter kann sich lösen.


