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Wärmedämmung: Wie lässt sich das Thema angehen?

Die energetische Sanierung der eigenen vier Wände bietet viele Vorteile: weniger Heizkosten und gleichzeitig einen geringeren CO2-Abdruck sowie eine Wertsteigerung des eigenen Hauses. Doch wie lässt sich zum Beispiel die Wärmedämmung sinnvoll angehen?

Eine gute Wärmedämmung senkt den Energieverbrauch deutlich und sorgt damit auch für niedrigere Kosten. Bildquelle: @ Charles Deluvio / Unsplash.com

Wärmedämmung: In welchen Bereichen wird gedämmt?

Für eine effektive Wärmedämmung gilt es unterschiedliche Bereiche des Hauses zu berücksichtigen. Das bedeutet auch, dass das Haus im Ganzen wärmesaniert, die Wärmedämmung aber auch nur in Teilbereichen vorgenommen werden kann. Bevor Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden, sollte daher eine Bestandsaufnahme gemacht werden, welche Bereiche des Hauses bereits energetisch gesehen eine gute Qualität haben. Grundsätzlich kann eine Wärmedämmung in folgenden Bereichen stattfinden:

1. Dachdämmung: Der Grundstein für den Sparerfolg

Das Dach macht in der Regel einen sehr großen Flächenbereich des Hauses aus. Durch ein ungedämmtes Dach geht daher auch sehr viel Wärme verloren.

Wie genau das Dach am besten gedämmt wird, hängt maßgeblich von der Art der Dachkonstruktion und der Nutzung des Dachs ab. Bei einem nicht ausgebauten Dachgeschoss kann beispielsweise lediglich die Geschossdecke gedämmt werden. Dies ist eine besonders günstige und dabei sehr effektive Maßnahme, die mit ein wenig Geschick sogar leicht selbst ausgeführt werden kann. Es müssen lediglich Dämmplatten auf dem Boden verlegt und eingepasst werden.

Beim nicht ausgebauten Dachgeschoss kann zudem eine Zwischensparrendämmung sinnvoll sein. Hierfür werden die Bereiche zwischen den Dachsparren mit Dämmstoff gefüllt. Auch diese Arbeit kann relativ leicht selbst ausgeführt werden. Zusätzlich zur Zwischensparrendämmung wird häufig eine Untersparrendämmung vorgenommen.

Hinweis: Bei schlechter Dämmung des Dachs können bis zu 30 % Wärme über das Dach verloren gehen. Dies wirkt sich entsprechend deutlich auf die Heizkosten aus.

Aufwändiger ist die sogenannte Aufsparrendämmung, für die die Dacheindeckung entfernt werden muss. Der Vorteil ist, dass diese Methode die wirkungsvollste Maßnahme ist und unter dem Dach kein Raum verloren geht.

Übrigens: Seit 2012 ist durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Dämmung der obersten Geschossdecke bzw. des Dachs gesetzlich vorgeschrieben.

2. Außendämmung: Am besten schon beim Hausbau

Eine Wärmedämmung der Fassade wird im Idealfall schon bei der Planung des Hausbaus berücksichtigt. Nachträglich kann die Dämmung durch eine entsprechende Verkleidung der Fassade mit eingearbeiteter Dämmung vorgenommen werden.

Bei der Außendämmung spielt auch die Qualität der Fenster eine entscheidende Rolle. Vor allem bei der Wärmesanierung eines Altbaus lassen sich durch den Austausch alter Fenster schnell Heizkosten einsparen.

Tipp: Bei der Außendämmung auch die Türen nicht vergessen. Diese sind typische Wärmebrücken.

3. Innendämmung: Eine Alternative bei Altbauten

In manchen Fällen ist eine nachträgliche Dämmung der Außenfassade nicht möglich – beispielsweise aufgrund von Vorgaben durch den Denkmalschutz. Hier kann eine Innendämmung sinnvoll sein. Dabei sollte bedacht werden, dass Raum verloren geht und auch das Raumklima beeinträchtigt werden kann. Außerdem kann es bei einer unsachgemäß ausgeführten Innendämmung zu Feuchtigkeitsproblemen kommen. Ein Fachmann ist daher unverzichtbar.

4. Kellerdämmung

Wie beim Dach hängen auch die genauen Maßnahmen bei der Dämmung des Kellers von dessen Nutzung ab. Wer den Keller lediglich als Lagerraum verwendet, kann einfach die Kellerdecke dämmen und so mit einer denkbar einfachen Maßnahme für wärmere Füße in den oberen Räumen sorgen. Dienen Kellerräume als Wohnraum, lohnt sich eine Dämmung von Kellerwand und Boden.

Schon geringe Maßnahmen, wie die Dämmung von Heizungsrohren in nicht geheizten Räumen oder die Dämmung von Warmwasserleitungen machen einen Unterschied für die Energiebilanz.

Welche Kosten kommen auf Hausbesitzer zu?

Nicht zuletzt entscheidet natürlich das Budget darüber, welche Maßnahmen zur Wärmedämmung getroffen werden können. Gerade bei einer umfassenden Wärmedämmung kommen hohe Investitionskosten auf den Hausbesitzer zu. Die genauen Kosten sind natürlich abhängig davon, welche Maßnahmen im Einzelnen getroffen werden und in welcher Dämmstärke die Dämmung vorgenommen wird.

Hier einige Kostenpunkte im Überblick:

  • Eine Fassadendämmung kann mit Kosten von 90 bis mehrere 100 € pro Quadratmeter zu Buche schlagen.
  • Relativ günstig ist hingegen die Dämmung der Geschossdecke. Je nachdem, ob diese trittfest ist oder nicht, kommen hier Kosten von 15 bis 70 € pro Quadratmeter auf den Hausbesitzer zu.
  • Auch eine Dämmung der Kellerdecke bewegt sich mit 20 bis 50 € pro Quadratmeter im günstigen Preissegment.
  • Der Preis für ein neues Fenster inklusive Ausbau und Einbau hängt nicht zuletzt von den Maßen des Fensters und vom Rahmenmaterial ab. Hier ist mit 500 bis 800 € pro Fenster zu rechnen.

Wie lässt sich das finanzieren?

Nicht jeder hat das Geld für eine gute Wärmedämmung seiner vier Wände auf der hohen Kante. Und gerade, wenn umfassend saniert werden soll, stellt sich schnell die Frage nach einer günstigen Finanzierung. Hier bietet sich beispielsweise ein spezieller Modernisierungskredit von Banken oder Vermittlern an. Diese Darlehen werden ohne Eintrag einer Grundschuld, sondern nur durch einen Nachweis des Besitzes einer Immobilie gewährt. Sie Kredite sind zweckgebunden und daher in der Regel günstiger als normale Ratenkredite.

Darüber hinaus ist es lohnenswert, sich über Möglichkeiten für eine staatliche Förderung der Sanierungsmaßnahmen zu informieren. In Deutschland gibt es zahlreiche Fördermaßnahmen zum Bauen, Sanieren und Modernisieren. Diese gehen vom Bund, aber auch von Ländern, Kreisen und Kommunen aus. Diese Förderungen können in Form von Zuschüssen, zinsgünstigen Förderkrediten oder auch Steuerermäßigungen gewährt werden.

Die Beteiligung von Bund, Land oder Gemeinde erfolgt meist Prozentual oder es ist ein bestimmter Förderbetrag festgelegt, der nicht zurückgezahlt werden muss.

Da die Förderlandschaft in Deutschland recht unübersichtlich ist, kann es sich lohnen, sich bei der Suche nach einer passenden Förderung von einem Energieberater unterstützen zu lassen.

Wichtig: Rechtzeitig informieren lohnt sich: Denn in der Regel muss der Förderantrag VOR Beginn der Sanierungsmaßnahmen gestellt werden. Ansonsten verfällt der Anspruch auf die vergünstigten Kredite oder Zuschüsse.

Für die Modernisierung sollte ein entsprechendes Budget eingeplant werden. Bildquelle: @ Ibrahim Boran / Unsplash.com

Wärmedämmung wird mehr und mehr zur Notwendigkeit

Eine gute Wärmedämmung lohnt sich für Umwelt und Klima in jedem Fall. Wann die Kosten sich für Hausbesitzer amortisieren, lässt sich schwer vorhersagen. Denn letztendlich kommt es dabei auch auf den persönlichen Energieverbrauch an. Jedes Grad, das weniger geheizt wird, senkt die Heizkosten langfristig deutlich.


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