Gartenarbeit im Herbst – das kommt auf Sie zu

Inhalt10 Abschnitte
Im Herbst wird geerntet, aufgeräumt und vorbereitet. Wer jetzt die richtigen Dinge erledigt, spart sich im Frühjahr Ärger mit geplatzten Wasserleitungen, erfrorenen Kübelpflanzen und verrosteten Geräten. Die wichtigste Regel: nicht alles aufräumen. Ein Garten, der im November aussieht wie geleckt, ist für Igel, Insekten und Vögel wertlos.
Ernten und Obstbäume versorgen
Äpfel und Birnen sind reif, wenn sie sich mit einer leichten Drehung vom Ast lösen. Lagerobst wird unbeschädigt gepflückt, nicht geschüttelt, und kühl und luftig gelagert. Kartoffeln, Möhren, Kürbisse und Kohl haben jetzt Saison; Grünkohl und Rosenkohl dürfen bis in den Winter stehen bleiben.
Fruchtmumien entfernen. Vertrocknete, am Baum hängende Früchte tragen Pilzsporen, vor allem der Monilia-Fruchtfäule, und infizieren im nächsten Jahr die neuen Früchte. Pflücken Sie sie ab und entsorgen Sie sie über den Restmüll, nicht auf dem Kompost. Fallobst ebenfalls regelmäßig aufsammeln.
Was jetzt geschnitten wird
Viele Stauden schneiden Sie erst im Frühjahr zurück: Die Samenstände sind Vogelfutter, und hohle Stängel dienen Insekten als Winterquartier. Zurückschneiden können Sie Pflanzen, die krank sind oder unschön zusammenfallen. Sommerblühende Sträucher, Beerensträucher und viele Hecken vertragen im Herbst einen Pflegeschnitt. Radikale Rückschnitte von Hecken und Gehölzen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz erst ab dem 1. Oktober erlaubt, bis Ende September nur schonende Form- und Pflegeschnitte. Obstbäume werden überwiegend im Spätwinter geschnitten, siehe Apfelbaum schneiden.
Kälteschutz für empfindliche Pflanzen
- Rosen anhäufeln. Erde oder Kompost rund um die Triebbasis etwa 15 bis 20 cm hoch aufhäufen. So bleibt die Veredelungsstelle geschützt.
- Kübelpflanzen einräumen. Oleander, Zitrus, Olive und Engelstrompete vor dem ersten stärkeren Frost ins helle, kühle Winterquartier.
- Winterharte Kübel schützen. Töpfe auf Holz- oder Styroporplatten stellen und mit Vlies oder Jute umwickeln – der Wurzelballen friert im Topf viel eher als im Beet.
- Immergrüne gießen. Rhododendron, Kirschlorbeer und Buchs verdunsten auch im Winter Wasser. Vor dem Frost gründlich wässern.
Mehr Hinweise stehen unter Winterschutz für Pflanzen.
Rasen und Laub
Mähen Sie weiter, solange der Rasen wächst – meist bis in den November. Der letzte Schnitt sollte auf etwa 4 bis 5 cm gehen: zu lang, und das Gras fällt um und fault, zu kurz, und es friert leichter aus. Ein kaliumbetonter Herbstrasendünger im September oder Oktober stärkt die Gräser für den Winter.
Laub muss vom Rasen, sonst vergilbt das Gras darunter. Auf Beeten und unter Sträuchern darf es liegen bleiben, dort schützt es den Boden. Laub von Wegen und Treppen entfernen, nass ist es glatt wie Schmierseife. Was übrig bleibt, wird kompostiert oder landet in einem Laubhaufen als Igelquartier, siehe Gartenabfälle verwerten. Für große Mengen helfen Laubsauger oder Laubrechen.

Blumenzwiebeln pflanzen
Tulpen, Narzissen, Krokusse, Hyazinthen und Zierlauch kommen im Herbst in die Erde, solange der Boden nicht gefroren ist. Faustregel für die Tiefe: zwei- bis dreimal so tief wie die Zwiebel hoch ist, mit der Spitze nach oben. In Gruppen gepflanzt wirken sie besser als einzeln in Reihe. Gegen Wühlmäuse helfen Pflanzkörbe aus Draht.
Außenwasserhahn und Leitungen
Das ist die wichtigste Aufgabe des Herbstes. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt Leitungen und Armaturen, und der Schaden zeigt sich oft erst beim Auftauen – dann im Keller. Schließen Sie das Absperrventil für den Außenwasserhahn innen, öffnen Sie den Hahn außen und lassen Sie das Restwasser über die Entleerung ablaufen. Schläuche entleeren und frostfrei lagern, Gartenpumpen und Regentonnen ebenfalls leeren. Ausnahme sind frostsichere Außenarmaturen, die sich innen selbst entleeren.
Gewächshaus und Teich
Das Gewächshaus wird nach der letzten Ernte ausgeräumt, die Scheiben innen und außen gereinigt, damit im Winter und Frühjahr möglichst viel Licht durchkommt. Pflanzenreste und alte Erde bergen Schädlinge und Pilzsporen. Über den Gartenteich kommt ein Teichnetz, bevor die Blätter fallen.
Gartengeräte winterfest machen
- Schneidwerkzeuge reinigen, schärfen und leicht einölen.
- Spaten, Hacken und Rechen von Erde befreien, Holzstiele mit Leinöl pflegen.
- Rasenmäher reinigen, Messer prüfen. Beim Benzinmäher den Tank leer fahren oder einen Kraftstoffstabilisator verwenden.
- Akkus frostfrei und etwa halb geladen lagern.
- Gartenmöbel und Auflagen trocken einlagern oder gut abdecken.
Kleidung für nasskalte Tage
Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip: ein atmungsaktives Unterhemd, darüber ein Fleece oder Pullover, außen eine wasserdichte Jacke. So legen Sie bei der Arbeit Schichten ab, statt verschwitzt auszukühlen. Wasserdichte Schuhe mit gutem Profil sind auf nassem Laub Pflicht, dazu Handschuhe, die auch bei Nässe greifen.
Häufige Fragen
Wann ist der letzte Rasenschnitt?
Meist im November, wenn das Gras nicht mehr wächst. Entscheidend ist das Wachstum, nicht das Datum.
Soll ich Staudenbeete im Herbst abschneiden?
Besser erst im Frühjahr. Samenstände und hohle Stängel helfen Vögeln und Insekten, und die Pflanzen sind im Winter besser geschützt.
Kann ich im Herbst noch pflanzen?
Ja, der Herbst ist die beste Pflanzzeit für Gehölze, Hecken und viele Stauden. Der Boden ist warm, die Wurzeln wachsen bis zum Frost weiter. Einen Unterschlupf für Wildtiere schaffen Sie nebenbei mit einem Igelhaus.



