Gartenschrank

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Ein Gartenschrank nimmt auf, was im Gartenhaus keinen Platz mehr findet oder wofür es gar kein Gartenhaus gibt: Handgeräte, Dünger, Blumentöpfe, Schläuche, Grillzubehör. Die wichtigste Entscheidung ist das Material, denn es bestimmt, ob der Schrank zehn Jahre hält oder nach drei Wintern klemmt.
Wofür ein Gartenschrank gedacht ist
Er ist die kleine Lösung zwischen Gartenbox und Gerätehaus. Eine Box ist niedrig und nimmt Polster auf, ein Schrank ist hoch, hat Einlegeböden und oft Haken für Stielgeräte. Damit passen Spaten, Rechen und Besen aufrecht hinein, und Kleinteile landen auf den Böden statt in einer Kiste. Für reine Stielgeräte gibt es den schmaleren Gartengeräteschrank, für Balkon und Terrasse flachere Modelle, siehe Balkonschrank und Terrassenschrank.
Holz
Holz fügt sich am besten in den Garten ein. Die typischen Hölzer sind Kiefer oder Fichte, meist kesseldruckimprägniert, sowie Douglasie, Lärche und Akazie. Nadelholz braucht einen regelmäßigen Anstrich, sonst vergraut es und wird rissig. Wichtig ist konstruktiver Holzschutz: ein Dach mit Überstand, eine Bodenplatte, die nicht direkt auf der Erde liegt, und Türen, die nicht am Boden schleifen. Holz arbeitet mit der Feuchtigkeit; Türen können im Herbst klemmen und im Sommer Spalten bekommen.
Metall, Aluminium, Edelstahl und Cortenstahl
Verzinkter und pulverbeschichteter Stahl ist robust, günstig und formstabil. Kratzer in der Beschichtung sollte man mit Lackstift ausbessern, sonst rostet es dort. Aluminium rostet nicht und ist leicht, aber teurer und empfindlicher gegen Dellen. Edelstahl ist die langlebigste, aber auch teuerste Lösung. Cortenstahl bildet absichtlich eine rostbraune Schutzschicht; diese sieht dekorativ aus, gibt aber anfangs Rostwasser ab, das Pflaster und Terrasse verfärbt.
Ein Nachteil aller Metallschränke: Kondenswasser. Wenn es nachts abkühlt, schlägt sich an der Innenseite Feuchtigkeit nieder. Lüftungsschlitze helfen.
Kunststoff und Polyrattan
Kunststoffschränke aus Polypropylen oder Harz sind leicht, pflegeleicht und rostfrei. Gute Modelle sind UV-stabilisiert; billige werden in der Sonne spröde und bleichen aus. Sie sind die einfachste Lösung für Balkon und Terrasse. Polyrattan ist eine optische Variante mit Flechtoptik auf einem Kunststoff- oder Aluminiumrahmen. Für schwere Lasten wie volle Düngersäcke sind Kunststoffböden oft zu weich; sie biegen sich durch.
Übliche Maße
Kleine Schränke für den Balkon sind etwa 60 bis 80 cm breit und 90 bis 100 cm hoch. Hohe Geräteschränke erreichen 180 bis 215 cm Höhe bei 50 bis 100 cm Breite. Große Doppeltür-Schränke gehen bis rund 150 × 180 × 75 cm. Die Tiefe entscheidet über die Nutzbarkeit: Unter 40 cm passen Spaten und Rechen nur mit Mühe hinein, über 70 cm wird es unübersichtlich, weil hinten nichts mehr zu erreichen ist.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Dach mit Gefälle und Überstand, damit Regen nicht auf den Türen steht.
- Abschließbare Türen, vor allem wenn Chemikalien oder Werkzeuge darin lagern.
- Verstellbare Einlegeböden und Haken für Stielgeräte.
- Erhöhter Boden, damit Wasser von unten nicht eindringt.
- Montageaufwand, besonders bei Bausätzen aus Holz mit vielen Einzelteilen.
Auch die Farbe ist nicht nur Geschmackssache. Dunkle Schränke heizen sich in der Sonne stark auf, was Kunststoff altern lässt und Chemikalien darin nicht guttut. Helle Töne wie Grau, Beige oder Weiß bleiben kühler. Anthrazit ist beliebt, gehört aber eher in den Halbschatten.
Einen einfachen Schrank selbst bauen
Aus Paletten oder Rauspund lässt sich ein einfacher Gartenschrank in ein bis zwei Tagen bauen. Das Material kostet je nach Holz grob 100 bis 200 Euro.
- Maße festlegen. Nach dem, was hinein soll: längster Stiel plus 10 cm als Innenhöhe.
- Korpus bauen. Seitenwände und Rückwand aus Palettenbrettern oder Rauspund auf einem Rahmen aus Kanthölzern.
- Boden anheben. Den Korpus auf Füße oder Pflastersteine stellen, mindestens 5 cm über dem Boden.
- Dach mit Gefälle. Eine Platte mit Dachpappe oder Bitumenschindeln, einige Zentimeter Überstand vorne und seitlich.
- Türen einhängen. Mit Scharnieren aus verzinktem Stahl, dazu ein Riegel oder ein Vorhängeschloss.
- Anstrich. Lasur oder Farbe für außen, vor allem an Schnittkanten.
Paletten mit dem Kennzeichen HT sind hitzebehandelt; Paletten mit MB-Stempel wurden früher mit Methylbromid begast und gehören nicht in den Garten.
Einlegeböden und Zubehör
Stabile Einlegeböden machen aus einem Kasten einen Schrank. Ergänzen Sie Hakenleisten für Stielgeräte und Schläuche, eine Box für Kleinteile und bei Bedarf eine Abtropfschale für nasse Geräte. Wer schwere Säcke lagert, sollte sie auf den Boden stellen, nicht auf ein Regalbrett. Für die Werkstatt drinnen ist ein Schwerlastregal die bessere Wahl.
Häufige Fragen
Was kostet ein Gartenschrank?
Kleine Kunststoffschränke gibt es ab etwa 60 Euro, Holz- und Metallschränke mittlerer Größe liegen bei 150 bis 400 Euro, große Doppeltür-Modelle darüber.
Welches Material hält am längsten?
Edelstahl und Aluminium, gefolgt von gut beschichtetem Stahl und gepflegtem Hartholz. Günstiges Nadelholz ohne Anstrich hält am kürzesten.
Wie stelle ich den Schrank am besten auf?
Wo er genau steht und wie er Wind und Nässe übersteht, beschreibt der Beitrag Gartenschrank für den Außenbereich.



