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Heimwerker-Berater

Heizen mit Infrarot - Vergleich mit Gas und Öl

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Heizen mit Infrarot - Vergleich mit Gas und Öl
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie Infrarotheizungen arbeiten
  2. Die Kostenfrage
  3. Wo Infrarot tatsächlich sinnvoll ist
  4. Wo es teuer wird
  5. Stärken gegenüber Gas und Öl
  6. Schwächen
  7. Die richtige Größe und Platzierung
  8. Umsteigen oder ergänzen?
  9. Häufige Fragen

Infrarotheizungen sind günstig in der Anschaffung, einfach zu montieren und brauchen weder Schornstein noch Tank noch Rohrleitungen. Im Betrieb heizen sie aber mit Strom – eins zu eins, ohne den Hebel einer Wärmepumpe. Das macht sie für einzelne, selten genutzte Räume attraktiv und als Hauptheizung im schlecht gedämmten Altbau meist teuer. Der Vergleich mit Gas und Öl hängt deshalb fast vollständig an Energiepreis und Wärmebedarf.

Wie Infrarotheizungen arbeiten

Eine Infrarotheizung ist eine elektrisch beheizte Platte aus Glas, Metall, Keramik oder Naturstein. Sie gibt einen großen Teil ihrer Wärme als Strahlung ab, die auf Wände, Möbel und Menschen trifft und dort in Wärme umgewandelt wird. Die Luft wird dadurch indirekt erwärmt. Ein Heizkörper einer Gas- oder Ölheizung arbeitet dagegen überwiegend über Konvektion: Er erwärmt die Luft, die im Raum zirkuliert.

Strahlungswärme wird als angenehm empfunden, auch bei etwas niedrigerer Lufttemperatur. Das ist der eigentliche Komfortvorteil und in begrenztem Umfang auch ein Sparargument: Wer sich bei 19 °C Luft wohlfühlt statt bei 21 °C, heizt weniger. Mehr zur Technik steht unter Wärmewellenheizung.

Die Kostenfrage

Aus einer Kilowattstunde Strom macht eine Infrarotheizung genau eine Kilowattstunde Wärme. Das ist technisch effizient, aber Strom ist teuer. Eine Kilowattstunde Strom kostet im Haushalt ein Mehrfaches einer Kilowattstunde Gas oder Heizöl – meist das Drei- bis Vierfache, je nach Tarif. Gas- und Ölkessel verlieren zwar etwas bei der Umwandlung, doch der Preisabstand ist viel größer als dieser Verlust.

InfrarotGas/ÖlWärmepumpe
Wärme je kWh Endenergie1 kWhca. 0,9 kWh3–4 kWh aus 1 kWh Strom
Anschaffungniedrigmittel bis hochhoch
Wartungpraktisch keinejährlich, Schornsteinfegergering
Betriebskostenhochmittel, CO₂-Preis steigtniedrig bis mittel

Behauptungen wie „bis zu 50 Prozent weniger Heizkosten“ vergleichen meist einen einzelnen, gezielt beheizten Raum mit einem ganzen Haus. Bei gleichem Wärmebedarf ist Infrarot im Betrieb teurer als Gas oder Öl, von der Wärmepumpe ganz zu schweigen.

Wo Infrarot tatsächlich sinnvoll ist

  • Selten genutzte Räume wie Gästezimmer, Hobbyraum oder Gartenhaus, die nur gelegentlich schnell warm werden sollen.
  • Badezimmer als Zusatzheizung in der Übergangszeit, wenn die Zentralheizung noch aus ist.
  • Sehr gut gedämmte Gebäude mit kleinem Wärmebedarf, in denen sich teure Rohrleitungen kaum lohnen.
  • Mit eigener Photovoltaik, wobei der Solarstrom vor allem dann fehlt, wenn am meisten geheizt wird: im Winter und nachts.
  • Einzelne Kältezonen, etwa ein Arbeitsplatz am großen Fenster.

Wo es teuer wird

Im unsanierten Altbau mit hohem Wärmebedarf, als einzige Heizung für ein ganzes Haus und bei hohen Strompreisen. Hier summieren sich die Kilowattstunden schnell auf Jahreskosten, die deutlich über denen einer Gasheizung liegen. Hinzu kommt: Das Gebäudeenergiegesetz lässt reine Stromdirektheizungen als Hauptheizung nur unter bestimmten Bedingungen zu, unter anderem mit Anforderungen an den Wärmeschutz. Vor einem Komplettumstieg lohnt deshalb eine Energieberatung.

Infrarotheizung
Hier im Wellness-Bereich kann man gut sehen, was eine Infrarotheizung alles leisten kann! | Foto: Kzenon / Depositphotos.com

Stärken gegenüber Gas und Öl

  • Kein Brennstoff im Haus. Kein Tank, kein Gasanschluss, keine Abgase, kein Schornstein.
  • Geringe Anschaffungskosten, meist einige hundert Euro je Raum inklusive Thermostat.
  • Wartungsfrei. Keine Brennerwartung, keine Abgasmessung.
  • Einzelraumregelung. Jeder Raum heizt nur, wenn er genutzt wird.
  • Kein Staubaufwirbeln durch Luftumwälzung, was manche Allergiker schätzen.

Schwächen

  • Hoher Verbrauchspreis bei allem, was über Gelegenheitsheizen hinausgeht.
  • Kein Warmwasser. Dafür braucht es einen separaten Durchlauferhitzer oder Speicher, ebenfalls mit Strom.
  • Strahlungsschatten. Was hinter einem Sofa oder Schrank liegt, wird kaum erwärmt.
  • Hohe Anschlussleistung, wenn viele Räume gleichzeitig heizen – die Hauselektrik muss dafür ausgelegt sein.

Die richtige Größe und Platzierung

Als grober Anhaltspunkt gelten im gut gedämmten Gebäude etwa 40 bis 60 Watt je Quadratmeter, im Altbau deutlich mehr. Seriöse Anbieter rechnen die Heizlast des Raums aus, statt pauschal zu schätzen. Die Platte strahlt am besten dorthin, wo man sich aufhält: an der Decke über dem Sitzbereich oder an einer Wand gegenüber. Hinter Möbeln verliert sie ihre Wirkung. Die Regelung übernimmt ein Raumthermostat, oft als WLAN-Thermostat mit Zeitprogramm.

Umsteigen oder ergänzen?

Wer eine funktionierende Gas- oder Ölheizung hat, sollte Infrarot eher als Ergänzung für einzelne Räume sehen. Steht ein Heizungstausch an, gehört die Wärmepumpe in den Vergleich, weil sie aus derselben Strommenge ein Mehrfaches an Wärme macht. Die Abwägung zwischen den fossilen Systemen steht unter Öl- oder Gasheizung.

Häufige Fragen

Ist Infrarotwärme gesundheitlich bedenklich?

Heizpaneele strahlen im langwelligen Infrarotbereich, derselben Art Wärme, die ein warmer Kachelofen abgibt. Bei bestimmungsgemäßer Montage mit Abstand zu Möbeln und Vorhängen gibt es keine bekannte Gesundheitsgefahr.

Kann ich eine Infrarotheizung selbst montieren?

Paneele mit Stecker ja, sie werden wie ein Bild an Wand oder Decke gehängt. Fest angeschlossene Geräte, eigene Stromkreise und Arbeiten in der Unterverteilung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Im Bad gelten zusätzlich die Schutzbereiche nach DIN VDE 0100-701.

Wie hoch sind die Stromkosten für ein Paneel?

Ein 600-Watt-Paneel, das an einem kalten Tag insgesamt fünf Stunden auf voller Leistung läuft, verbraucht 3 kWh. Multiplizieren Sie das mit Ihrem Strompreis und der Zahl der Heiztage, dann haben Sie eine ehrliche Schätzung.

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