Holzjalousien

Inhalt9 Abschnitte
Holzjalousien verbinden zwei Dinge, die sonst selten zusammenkommen: Sie regeln das Licht stufenlos und sehen dabei warm und wohnlich aus. Gegenüber Aluminium haben sie einen ruhigeren Klang und eine angenehmere Haptik, gegenüber Vorhängen den Vorteil, dass sie Sonne lenken statt nur abschirmen.
Die Lamellenbreite
Das ist die erste Entscheidung, und sie ist mehr als Geschmack:
| Breite | Wirkung | Passend für |
| 25 mm | feine Struktur, dichter geschlossen | kleine Fenster, Bäder, moderne Räume |
| 35 mm | der gängige Kompromiss | fast alle Wohnräume |
| 50 mm | kräftige Optik, freierer Ausblick | große Fenster, hohe Räume |
Je breiter die Lamelle, desto weniger Lamellen – und desto kleiner das Paket, wenn die Jalousie hochgezogen ist. Bei 50 mm rechnen Sie je Meter Behanghöhe mit etwa 8 bis 10 cm Packmaß, bei 25 mm eher mit 12 bis 15 cm. Bei bodentiefen Fenstern ist das ein spürbarer Unterschied im Sichtfeld.
Das Material
Die meisten Holzjalousien bestehen aus Lindenholz (im Handel oft als Basswood bezeichnet). Es ist leicht, formstabil und nimmt Lasuren gleichmäßig an – genau die Eigenschaften, auf die es bei dünnen Lamellen ankommt.
Bambus ist strenggenommen kein Holz, sondern ein Gras. Er ist härter, unempfindlicher gegen Feuchte und hat eine markantere Struktur. Für Räume mit schwankender Luftfeuchte ist er die bessere Wahl.
Echtes Hartholz wie Eiche kommt vor, ist aber schwer. Bei großen Behängen wird das Gewicht zum Thema – sowohl für die Bedienung als auch für die Befestigung.

Nicht ins Bad
Holz arbeitet mit der Luftfeuchte. Bei dauerhaft hoher Feuchte verziehen sich die dünnen Lamellen, sie werden wellig und die Leiterbänder verlaufen nicht mehr gerade. Rückgängig machen lässt sich das nicht.
Für Bad, Wasch- und Hauswirtschaftsraum nehmen Sie Aluminium oder Kunststoff in Holzoptik. In der Küche geht Holz, wenn die Jalousie nicht direkt über dem Herd hängt und regelmäßig gelüftet wird.
Die drei Montagearten
In der Laibung montiert sitzt die Jalousie im Fensterrahmen. Das ist die sauberste Optik und lässt die Fensterbank frei. Die Jalousie muss dafür deutlich schmaler sein als die Laibung, und der Fensterflügel darf beim Öffnen nicht anstoßen.
Vor der Laibung an der Wand montiert deckt die Jalousie das Fenster mit Überstand ab. Das dichtet seitlich besser ab und wirkt großzügiger, verdeckt aber die Fensterbank.
Am Fensterflügel mit Klemmträgern, ohne Bohren. Die Jalousie fährt beim Öffnen mit. Das ist die Lösung für Mietwohnungen und für Kunststofffenster, in die man nicht bohren will – allerdings nur für kleine, leichte Behänge geeignet.
Richtig ausmessen
Hier entstehen die meisten Fehlbestellungen. Die Regel unterscheidet sich je nach Montageart:
- In der Laibung: Breite an drei Stellen messen (oben, Mitte, unten), das kleinste Maß nehmen und 1 bis 1,5 cm abziehen. Die Höhe von der Laibungsoberkante bis zur Fensterbank.
- Vor der Laibung: Fensteröffnung plus je 7 bis 10 cm Überstand auf beiden Seiten, oben mindestens 10 cm für die Kassette.
- Am Flügel: Glasfläche plus je 2 cm Überstand auf die Glasleiste, aber nicht über den Beschlag hinaus.
Messen Sie mit einem Stahlmaßband, nicht mit dem Zollstock – bei 2 Metern Fensterbreite summieren sich Ablesefehler.
Bedienung und Kindersicherheit
Standard ist die Bedienung über Schnurzug zum Heben und Wendestab zum Kippen. Bei breiten Behängen lohnt eine Kettenbedienung: Sie läuft leichter und hält auf jeder Höhe.
Lose Schnüre und Ketten sind eine ernsthafte Strangulationsgefahr für Kleinkinder. Die europäische Norm EN 13120 verlangt deshalb Sicherheitseinrichtungen – eine Wandbefestigung für die Kette oder eine Kupplung, die sich bei Zug öffnet. Diese Teile liegen fast immer bei und werden fast ebenso oft nicht montiert. Bringen Sie sie an.
Licht lenken statt nur abdunkeln
Der eigentliche Vorteil der Jalousie gegenüber Rollo und Vorhang: Bei etwa 45 Grad Lamellenstellung blenden Sie die direkte Sonne aus und lenken gleichzeitig indirektes Licht an die Decke. Der Raum bleibt hell, ohne dass die Sonne auf den Bildschirm fällt.
Nach oben gekippte Lamellen geben mehr Blickschutz von außen bei erhaltenem Ausblick nach oben, nach unten gekippte den umgekehrten Effekt. Im Erdgeschoss ist die nach oben gekippte Stellung meist die sinnvollere.
Reinigen
Staub wird mit einer Lamellenbürste oder einem Mikrofasertuch abgenommen, bei geschlossenem Behang von oben nach unten, dann gewendet und die Gegenseite. Ein Staubsauger mit Bürstenaufsatz auf niedrigster Stufe geht ebenfalls.
Nicht nass abwaschen. Wasser zieht in die Lamellenenden und in die Bohrungen für die Leiterbänder – dort quillt das Holz auf. Bei Fettfilm in der Küche hilft ein leicht angefeuchtetes Tuch mit mildem Reiniger, danach sofort trockenreiben.
Was sie kosten
Fertigmaße von der Stange beginnen bei etwa 30 bis 60 Euro je Fenster. Maßanfertigungen liegen je nach Lamellenbreite und Holzart bei 80 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Bambus liegt meist etwas darüber, lackierte Sonderfarben ebenfalls.
Rechnen Sie bei Maßanfertigung mit zwei bis vier Wochen Lieferzeit und prüfen Sie vor der Bestellung, ob Rücksendung möglich ist – bei Sondermaßen ist sie es in der Regel nicht.



