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Heimwerker-Berater

Die Pflastersteine reinigen und versiegeln

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Die Pflastersteine reinigen und versiegeln
Inhalt11 Abschnitte
  1. Zuerst: welcher Stein ist es?
  2. Die Reinigung in der richtigen Reihenfolge
  3. Hochdruck: mit Bedacht
  4. Die Mittel für einzelne Probleme
  5. Was eine Versiegelung leistet
  6. Die Alternative: Imprägnierung
  7. Anwendung
  8. Kosten
  9. Was langfristig am meisten bringt
  10. Wie oft?
  11. Video zum Thema

Eine Pflasterfläche altert sichtbar: Moos in den Fugen, Grünbelag an schattigen Stellen, Ölflecken vor der Garage, dazu der graue Film, den jeder Regen hinterlässt. Reinigen hilft – und Versiegeln ist eine Entscheidung, die man bewusst treffen sollte.

Zuerst: welcher Stein ist es?

Die Antwort bestimmt alles Weitere.

Betonpflaster ist der häufigste Belag. Es hat eine werkseitige Vorsatzschicht, die deutlich dichter ist als der Kern darunter. Wird sie abgetragen, saugt der Stein und verschmutzt schneller.

Klinker ist gebrannter Ton, hart und dicht. Er verträgt am meisten.

Naturstein unterscheidet sich stark: Granit, Basalt und Porphyr sind hart und säurefest. Sandstein und Kalkstein sind weich und säureempfindlich.

Der einfache Test bei Naturstein: ein Tropfen Essig an verdeckter Stelle. Schäumt es, ist der Stein kalkhaltig – dann scheidet jedes säurehaltige Mittel aus.

Pflastersteine reinigen und versiegeln: die Beseitigung von Moos gehört dazu
Pflastersteine reinigen und versiegeln: die Beseitigung von Moos gehört dazu. | Foto: RioPlatano / Bigstockphoto.com

Die Reinigung in der richtigen Reihenfolge

  1. Fläche abkehren, Laub und loses Material entfernen
  2. Fugenbewuchs entfernen mit Fugenkratzer, Fugenbürste oder elektrischem Fugenreiniger
  3. Flächenreinigung mit Wasser, Bürste und mildem Reiniger
  4. Spezialmittel nur für die Stellen, die es brauchen
  5. Gründlich spülen
  6. Trocknen lassen
  7. Neu verfugen
  8. Erst dann gegebenenfalls versiegeln

Der siebte Schritt wird am häufigsten übersprungen und ist der wichtigste für das nächste Jahr. Eine leere Fuge ist ein Saatbeet.

Hochdruck: mit Bedacht

Der Hochdruckreiniger ist das beliebteste Werkzeug für diese Arbeit und richtet den meisten Schaden an.

Bei Betonpflaster trägt der Strahl die Vorsatzschicht ab. Das Ergebnis sieht direkt danach gut aus und ist nach zwei Jahren schlechter als vorher, weil der aufgeraute Stein Schmutz schneller aufnimmt.

Dazu kommt der ausgespülte Fugensand: Der Verband verliert an Stabilität, und die Fugen werden zur Keimstelle.

Wenn Hochdruck, dann so: Flächenreiniger statt Punktstrahl, reduzierter Druck, gleichmäßige Bahnen, mindestens 30 cm Abstand – und anschließend neu verfugen.

Die Rotordüse hat auf Pflaster nichts verloren.

Die Mittel für einzelne Probleme

ProblemMittel
Grünbelag, AlgenGrünbelagentferner, einwirken lassen
Öl und FettÖlfleckentferner auf Pastenbasis
ZementschleierZementschleierentferner, nicht auf Kalkstein
RostRostentferner für Stein
KalkausblühungenAusblühungsentferner oder abwarten

Nicht erlaubt sind auf befestigten Flächen Pflanzenschutzmittel – und dazu zählen bei der Unkrautbekämpfung auch Essig und Salz, gleich ob aus dem Baumarkt oder aus der Küche. Von versiegelten Flächen gelangen sie ungefiltert in die Kanalisation. Verstöße können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden.

Was eine Versiegelung leistet

Eine Versiegelung bildet einen Film auf dem Stein. Sie hat echte Vorteile und echte Nachteile.

Dafür spricht: Die Fläche nimmt weniger Schmutz auf, Öl und Flüssigkeiten dringen nicht ein, Moos findet schlechter Halt, und die Farbe wird aufgefrischt – bei Betonpflaster oft deutlich.

Dagegen spricht: Eine Versiegelung ist nicht dauerhaft. Sie hält je nach Produkt und Belastung drei bis acht Jahre und muss dann erneuert werden – was eine gründliche Reinigung der alten Schicht voraussetzt. Filmbildende Produkte können zudem die Rutschfestigkeit verringern, und wenn sie sich ungleichmäßig abnutzen, sieht die Fläche fleckig aus.

Wichtig ist außerdem: Eine geschlossene Versiegelung auf einem Belag mit Restfeuchte schließt diese ein. Das kann zu weißen Schleiern und Abplatzungen führen.

Die Alternative: Imprägnierung

Sie bildet keinen Film, sondern setzt die Saugfähigkeit im Stein herab. Wasser und Öl perlen ab, der Stein bleibt diffusionsoffen und die Oberfläche optisch unverändert.

Für die meisten privaten Flächen ist das die vernünftigere Wahl: weniger auffällig, weniger Risiko, einfacher zu erneuern. Es gibt hydrophobierende Mittel gegen Wasser und oleophobe zusätzlich gegen Öl und Fett – bei einer Einfahrt lohnt die zweite Variante.

Anwendung

Versiegeln und imprägnieren nur auf sauberem, vollständig trockenem Stein – rechnen Sie nach der Reinigung mit zwei bis drei trockenen Tagen. Alles, was jetzt noch im Stein ist, bleibt für Jahre drin.

Arbeiten Sie bei 10 bis 25 Grad, nicht in praller Sonne und nicht bei angekündigtem Regen. Auftragen mit Rolle, Quast oder Drucksprüher, gleichmäßig und ohne Pfützen.

Testen Sie vorher an einer unauffälligen Stelle: Manche Produkte dunkeln den Stein deutlich nach.

Kosten

LeistungRichtpreis je m²
Reinigungsmittel selbst1–4 Euro
Imprägnierung, Material3–8 Euro
Versiegelung, Material5–12 Euro
Fugenmörtel15–40 Euro
Fachbetrieb komplett15–40 Euro

Was langfristig am meisten bringt

Regelmäßiges Abkehren. Der Schmutz, aus dem Moos und Unkraut wachsen, kommt von oben – Laub, Blütenreste, Erde. Eine Fläche, die alle paar Wochen gekehrt wird, braucht sehr viel seltener eine Grundreinigung.

Dazu: überhängende Äste zurückschneiden, außerhalb der Schonzeit vom 1. März bis 30. September, und die Fugen voll halten.

Wie oft?

Abkehren: alle paar Wochen. Der wirksamste und günstigste Punkt.

Fugen von Bewuchs befreien: zweimal im Jahr, im späten Frühjahr und im Spätsommer.

Grundreinigung der Fläche: alle zwei bis drei Jahre.

Imprägnierung erneuern: alle zwei bis fünf Jahre, je nach Beanspruchung.

Der einfache Test für die Imprägnierung: Gießen Sie etwas Wasser auf den Stein. Perlt es ab, ist alles in Ordnung. Zieht es ein und dunkelt der Stein nach, ist es Zeit für eine Auffrischung.

Video zum Thema

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