Dünnbettmörtel

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Dünnbettmörtel wird nur 1 bis 3 mm dick aufgetragen. Er wird in zwei Bereichen verwendet: beim Mauern mit Plansteinen und beim Verlegen von Fliesen. In beiden Fällen gilt: Er klebt, aber er gleicht nichts aus. Der Untergrund oder der Stein muss so eben sein, dass eine dünne Schicht genügt.
Zwei Anwendungen, ein Prinzip
Im Mauerwerksbau ist Dünnbettmörtel ein Mauermörtel für Plansteine, also Steine mit sehr genauer Höhe, etwa aus Porenbeton, Kalksandstein oder Planziegel. Weil alle Steine gleich hoch sind, reicht eine Lagerfuge von 1 bis 3 mm statt der üblichen rund 12 mm bei Normalmörtel.
Bei Fliesen ist Dünnbettmörtel die Fachbezeichnung für Fliesenkleber, der im Dünnbettverfahren auf einen ebenen Untergrund aufgekämmt wird. Das Gegenstück ist das Dickbett, bei dem Fliesen in eine dicke Mörtelschicht gesetzt werden, was heute fast nur noch bei unebenen Untergründen oder Naturstein mit unterschiedlicher Dicke vorkommt.
Die Arten
| Mauer-Dünnbettmörtel | Zementgebunden, für Plansteine. Meist passend zum Steinsystem vom Hersteller angeboten. |
| C1 (Normalkleber) | Zementärer Fliesenkleber für normale Anforderungen im Innenbereich. |
| C2 (verbesserter Kleber) | Höhere Haftung, für außen, Fußbodenheizung, großformatige und dichte Fliesen. |
| S1, S2 | Verformbar beziehungsweise hoch verformbar, gleicht Bewegungen des Untergrunds aus. Umgangssprachlich Flexkleber. |
| F, T, E | Schnell erhärtend, abrutschfest an der Wand, verlängerte offene Zeit. |
Die Klassen für Fliesenkleber sind in der DIN EN 12004 festgelegt und stehen auf jedem Sack. Ein C2TE S1 ist zum Beispiel ein verbesserter, abrutschfester, lange verarbeitbarer und verformbarer Kleber – der Allrounder, der für die meisten Heimwerkerprojekte passt.
Vor- und Nachteile
Dafür
| Dagegen
|
Mauern mit Dünnbettmörtel
- Kimmschicht anlegen. Die erste Steinreihe wird in ein Bett aus Normalmörtel gesetzt und exakt waagerecht ausgerichtet. Alles, was hier schief ist, zieht sich durch die ganze Wand.
- Mörtel anrühren nach Herstellerangabe, klumpenfrei mit dem Rührquirl.
- Mörtel auftragen mit einer Zahnkelle oder einem Mörtelschlitten in der Breite der Steine. Der Schlitten sorgt für eine gleichmäßige Schichtdicke.
- Stein aufsetzen und mit dem Gummihammer ausrichten. Stoßfugen je nach System verzahnt ohne Mörtel oder vermörtelt.
- Überschüssigen Mörtel sofort entfernen.
Porenbeton- und Kalksandsteine sollten staubfrei sein und an heißen Tagen leicht angefeuchtet werden, damit sie dem Mörtel nicht zu schnell das Wasser entziehen. Mehr zu Porenbeton unter Gasbetonsteine.
Fliesen verlegen im Dünnbett
- Untergrund prüfen. Er muss eben, tragfähig, trocken und sauber sein. Unebenheiten vorher spachteln.
- Grundieren, wenn der Untergrund stark saugt, etwa Gipsputz oder Anhydritestrich.
- Kleber anmischen und kurz reifen lassen, falls vorgeschrieben.
- Auftragen und kämmen. Mit der glatten Seite der Kelle eine dünne Kontaktschicht aufziehen, dann mit der Zahnkelle im Winkel von etwa 45 bis 60 Grad aufkämmen.
- Fliesen einlegen und leicht einschieben, sodass der Kleber die Rückseite vollständig benetzt.
- Kontrollieren. Gelegentlich eine Fliese abheben und die Benetzung prüfen.
Die Zahnung richtet sich nach der Fliesengröße: kleine Wandfliesen etwa 4 bis 6 mm, übliche Bodenfliesen 8 mm, große Formate 10 mm und mehr. Bei großen Fliesen, im Außenbereich und bei Böden mit hoher Belastung wird zusätzlich die Rückseite der Fliese eingestrichen, das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren. So entstehen keine Hohlräume, in denen sich Wasser sammeln kann. Ausführlicher beschrieben unter Fliesenkleber auftragen.
Offene Zeit beachten
Aufgekämmter Kleber bildet nach einiger Zeit eine Haut und klebt dann nicht mehr. Die offene Zeit liegt je nach Produkt und Raumklima meist bei etwa 20 bis 30 Minuten, bei Kleber mit E-Kennzeichnung länger. Prüfen Sie mit dem Finger: Bleibt kein Kleber am Finger hängen, ist die Fläche abgezogen und muss neu aufgetragen werden. Tragen Sie deshalb nur so viel Kleber auf, wie Sie in dieser Zeit belegen können.
Typische Fehler
- Unebene Kimmschicht. Wer die erste Steinreihe nicht exakt ausrichtet, versucht später, Höhenunterschiede mit dickeren Fugen auszugleichen – und genau das kann Dünnbettmörtel nicht.
- Normalmörtel und Dünnbettmörtel verwechselt. Plansteine mit dicken Fugen verlieren ihre Maßhaltigkeit und die Wand wird unruhig. Normale Mauersteine im Dünnbett dagegen wackeln, weil ihre Höhe zu stark schwankt.
- Zu große Fläche aufgekämmt. Der Kleber zieht ab, bevor die Fliese liegt, und sie haftet nur scheinbar. Hohl klingende Fliesen sind die Folge.
- Falsche Zahnung. Zu kleine Zähne bei großen Fliesen lassen Hohlräume, zu große drücken Kleber in die Fugen.
- Fugen nicht ausgekratzt. Kleber, der in den Fugen hochquillt, muss heraus, solange er frisch ist, sonst fehlt später der Platz für den Fugenmörtel.
- Kleber nachträglich mit Wasser verdünnt. Ein angesteifter Kleber wird nicht wieder angerührt, sondern entsorgt.
Verbrauch und Preis
Der Verbrauch hängt von der Zahnung ab. Bei Fliesen mit 8-mm-Zahnung rechnen viele Hersteller mit etwa 3 kg je Quadratmeter, bei Buttering-Floating entsprechend mehr. Ein 25-kg-Sack Fliesenkleber kostet je nach Klasse ab etwa 12 Euro, flexible Qualitätskleber deutlich mehr. Beim Mauern mit Plansteinen ist der Verbrauch gering; hier nennt der Steinhersteller die Menge je Quadratmeter Wand.
Häufige Fragen
Kann ich mit Dünnbettmörtel Unebenheiten ausgleichen?
Nein. Dafür ist er zu dünn. Unebenheiten müssen vorher gespachtelt oder mit Ausgleichsmasse beseitigt werden.
Ist Fliesenkleber dasselbe wie Dünnbettmörtel?
Im Fliesenbereich ja, der Begriff meint dort den zementären Fliesenkleber. Mauer-Dünnbettmörtel ist dagegen anders zusammengesetzt und nicht für Fliesen gedacht.
Wie entferne ich alten Fliesenkleber?
Mit Meißel, Schleifer oder Fräse, je nach Menge. Die Methoden stehen unter Fliesenkleber entfernen.



