Rasenfräse

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Unter „Rasenfräse“ werden zwei ganz verschiedene Dinge verkauft: Gartenfräsen und Motorhacken, die den Boden samt Grasnarbe zerkleinern, und Sodenschneider, die die Grasnarbe in Bahnen abschälen. Wer einen alten Rasen komplett erneuern will, fährt mit dem Sodenschneider meist besser – die Fräse arbeitet die Grasreste in den Boden ein, und von dort wachsen sie gerne wieder heraus.
Fräsen ist nicht Mähen
Der Rasenmäher schneidet die Halme ab, die Wurzeln bleiben und treiben wieder aus. Die Fräse dagegen dringt mit rotierenden Hackmessern 15 bis 25 cm tief in den Boden ein, zerschlägt die Grasnarbe und mischt sie mit der Erde. Danach ist aus der Rasenfläche ein lockeres Beet geworden. Das ist der Zweck: Neuanlage, Umwandlung in ein Gemüsebeet oder eine grundlegende Bodenverbesserung.
Die Gerätetypen
| Gerät | Arbeitsweise | Geeignet für |
| Elektro-Gartenfräse | Hackmesser, 30–40 cm breit, bis ca. 20 cm tief | Flächen bis etwa 200 m², lockerer bis mittlerer Boden |
| Benzin-Motorhacke | Hackmesser, 40–80 cm breit, tiefer und kräftiger | größere Flächen, schwere Böden, ohne Stromanschluss |
| Einachser mit Heckfräse | Fräswalze hinter angetriebenen Rädern | sehr große Flächen, profi- und landwirtschaftlicher Einsatz |
| Sodenschneider (Rasenschäler) | Messer schneidet die Narbe 3–5 cm tief ab | Rasen entfernen, ohne ihn einzuarbeiten |
Elektrogeräte im Heimwerkerbereich haben meist 1000 bis 1500 Watt, sind leicht und leise, aber an Kabel und Kraft gebunden. Einen Einblick in die leichte Klasse gibt die Mantis-Rasenfräse, allgemeiner geht es bei der Gartenfräse weiter.
Warum Fräsen allein keinen Rasen beseitigt
Die Hackmesser zerschlagen die Grasnarbe in Stücke, töten sie aber nicht ab. Wurzelstücke von Quecke, Giersch und Ausläufergräsern treiben aus jedem Bruchstück neu aus – nach dem Fräsen haben Sie mitunter mehr Unkraut als vorher. Deshalb:
- Erst tief mähen, dann fräsen. Kurzes Gras wickelt sich nicht um die Welle.
- Zweimal fräsen, im Abstand von zwei bis drei Wochen. Was im ersten Durchgang austreibt, wird im zweiten erwischt.
- Grasreste absammeln. Nach jedem Durchgang die groben Soden abrechen und kompostieren.
- Alternativ Soden abschälen, dann erst den Boden fräsen. Das ist mehr Arbeit, aber gründlich.
Wann der Sodenschneider die bessere Wahl ist
Der Sodenschneider schneidet die Grasnarbe in 30 bis 45 cm breiten Streifen ab, die sich wie Teppichbahnen aufrollen lassen. Die Soden kann man kompostieren, umgedreht als Unterlage für Hügelbeete nutzen oder an anderer Stelle wieder auslegen. Der Boden darunter bleibt frei von Grasresten. Sodenschneider sind teuer in der Anschaffung, aber in vielen Baumärkten und Mietstationen für einen Tag zu leihen.
Worauf es bei der Fräse ankommt
- Arbeitstiefe einstellbar. Über einen Tiefenbegrenzer oder Sporn, damit die Fräse nicht wie ein Maulwurf abtaucht.
- Arbeitsbreite passend zur Fläche. Schmale Geräte kommen zwischen Beeten durch, breite schaffen größere Flächen schneller.
- Messer aus gehärtetem Stahl. Weiche Messer verbiegen sich an Steinen und Wurzeln.
- Zweihandsicherung. Das Gerät läuft nur, solange beide Hände an den Griffen sind.
- Transportrad. Bei 30 kg und mehr ein echter Unterschied.
Sicher arbeiten
Fräsen sind Maschinen mit offenliegenden, rotierenden Messern. Festes Schuhwerk mit Stahlkappe, lange Hosen und Gehörschutz bei Benzingeräten sind Pflicht. Die Fläche vorher nach Steinen, Drähten, Schnüren und Kabeln absuchen. Liegen im Garten Leitungen für Beleuchtung, Pumpe oder Bewässerung, müssen sie vorher markiert werden – eine 20 cm tiefe Fräse erwischt sie sonst sicher. Bei Elektrogeräten das Kabel stets hinter sich führen.
Rasenfräse kaufen oder mieten
Für eine einmalige Neuanlage lohnt der Kauf selten. Mietstationen verleihen Motorhacken und Sodenschneider tageweise, oft mit Anhänger. Wer dagegen jedes Jahr Gemüsebeete bearbeitet, ist mit einem eigenen Elektrogerät gut bedient. Eine Abwägung für viele Geräte steht unter große Gartengeräte mieten oder kaufen.
Nach dem Fräsen
Die gefräste Fläche ist locker, aber uneben und voller Luft. Vor dem Säen wird sie mit dem Rechen planiert, von Steinen und Wurzeln befreit und gewalzt. Wer auf schwerem Boden arbeitet, arbeitet Sand und Kompost oder etwas Rasenerde mit ein. Danach zwei bis drei Wochen ruhen lassen, auflaufendes Unkraut entfernen, erst dann säen oder Rollrasen verlegen.
Typische Fehler
- Nasser Boden. Die Messer verschmieren Lehm zu einer dichten Schicht, die später kein Wasser durchlässt.
- Zu tief auf einmal. Die Fräse bockt und springt. Lieber in zwei Durchgängen die Tiefe steigern.
- Grasreste untergefräst und sofort gesät. Die Reste treiben durch die neue Saat hindurch.
Häufige Fragen
Was kostet eine Rasenfräse?
Elektro-Gartenfräsen gibt es ab etwa 100 bis 250 Euro, Benzin-Motorhacken ab etwa 300 Euro, kräftige Geräte deutlich darüber. Die Tagesmiete für eine Motorhacke oder einen Sodenschneider liegt meist im zweistelligen Bereich.
Kann ich mit der Fräse Moos und Filz entfernen?
Nein, dafür ist sie viel zu grob. Moos und Rasenfilz entfernt der Vertikutierer, der nur wenige Millimeter tief arbeitet.
Wann ist die beste Zeit zum Fräsen?
Im Frühjahr oder Spätsommer, wenn der Boden abgetrocknet, aber nicht hart ist. Nasser Boden verschmiert unter den Messern, knochentrockener Lehm lässt die Fräse springen.
Funktioniert die Fräse auf steinigem Boden?
Schlecht. Steine blockieren die Messer und schleudern hoch. Bei sehr steinigem Boden erst grob mit Spaten oder Grabegabel vorarbeiten.



